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Subject: <2006-10-26> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (3/3)

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Archive-name: de/katzen-faq/part3 Subject: <2006-10-26> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (3/3) Maintainer: drtk-FAQ-Team <team@drtk-faq.de> URL: http://www.drtk-faq.de/ Last-posted: 2007-04-06 Last-modified: 2006-10-26 Posting-Frequency: monthly
4.10 Wie finde ich einen guten Tierarzt/eine geeignete Tierklinik? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da jeder andere Maßstäbe für die Auswahl des TA ansetzt. Sinnvoll ist es sicher, im Freundes- und Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand positive oder negative Erfahrungen mit einem TA gemacht hat. Wenn auch auf diesem Wege keine Erfahrungen zu sammeln sind, dann hilft meistens nur ein Blick in die Gelben Seiten. Sinnvoll ist es, bei dem ausgewählten Arzt einen Termin auszumachen. Wenn man in die allgemeine Sprechstunde ohne Voranmeldung kommt, dann kann es durchaus sein, da sich der Arzt nicht so viel Zeit nehmen kann, wie man es für ein erstes Kennenlernen wünscht. 4.11 Was kostet eine Behandlung? Die Kosten für den TA werden durch die Tierärztegebührenordnung (GOT) festgelegt. Für eine Behandlung unter normalen Umständen muss mindestens der einfache, maximal der dreifache Satz der GOT bezahlt werden. Besondere Umstände, wie z. B. ein Nachteinsatz, werden mit höheren Gebühren abgegolten. Aber auch hier nennt die GOT den Rahmen, in dem sich die Preise bewegen müssen. Die derzeit gültige Version stammt vom 1. August 1999 und ist unter http://www.vetdomain.de/Sites/gebuehrenordnung1999.htm nachzulesen. 4.12 Wie finde ich einen guten Tierheilpraktiker? Das ist alles andere als einfach, weil sich auf diesem Gebiet eine Menge Scharlatane und Betrüger tummeln, die nur auf das Geld gutgläubiger und verzweifelter Tierhalter aus sind. Zunächst einmal ist die Bezeichnung Tierheilpraktiker kein geschützter Begriff. Wer immer will, darf sich so nennen und Tiere "behandeln". Medizinische Kenntnisse sind nicht nötig. Die Wirksamkeit der meisten Behandlungsmethoden, die von Tierheilpraktikern praktiziert werden, ist nicht nachgewiesen. Das soll nicht heißen, dass sie in jedem Fall nutzlos sind. Es gibt aber bisher keine Beweise für ihren Nutzen. Für die Wahl des richtigenTierheilpraktikers können hier nur Anhaltspunkte gegeben werden. Er sollte: · mehr als nur oberflächliche (tier-) medizinische Kenntnisse haben; · mehrere Jahre Erfahrung in einer Fremdpraxis gesammelt haben, bevor er seine eigene Praxis eröffnet; · bereit sein, mit einem TA zusammenzuarbeiten; · von vornherein auf die Grenzen seiner Möglichkeiten hinweisen - ein seriöser Tierheilpraktiker behauptet niemals, z.B. FIP, feline Leukämie oder eine chronische Niereninsuffizienz heilen zu können; · umgehend an einen TA verweisen, wenn eine Krankheit vorliegt, gegen die er nichts ausrichten kann; · sich den Patienten auf jeden Fall selbst ansehen und gründlich untersuchen - Fernbehandlung ist immer und in jedem Fall Scharlatanerie und außerdem nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG § 9) verboten; · nicht gleich auf jeden neuen Zug aufspringen. Wenn er jede in der aktuellsten Illustrierten als sensationelle Neuentdeckung angepriesene Methode noch am selben Tag aufgreift und als Nonplusultra verkauft, weiß er mit Sicherheit nicht, was er tut. Ideal wäre ein guter TA mit naturheilkundlicher Zusatzausbildung. 4.13 Wenn gar nichts mehr hilft. . . Manchmal kommt der Augenblick, an dem man am Ende aller Heilkunst angelangt ist. Hier steht der Mensch vor der sehr schweren Entscheidung, ob er seine Katze einschläfern lassen soll. Bei einer Krankheit ist häufig der Rat eines zweiten TA sinnvoll, um eine endgültige Entscheidung mit größerer Sicherheit treffen zu können. Letztlich sollte immer das Wohl des Tieres, nicht das des Menschen im Vordergrund stehen. Es ist nicht leicht, sich von einem langjährigen Lebensbegleiter zu trennen, aber dies wird durch die ersparten Leiden der Katze aufgewogen. 4.13.1 Der Tod eines Tieres Leider gehört der Tod zum Leben. Und uns ist immer nur eine kurze Zeit mit den Tigern vergönnt. Wenn es so weit ist, müssen wir sie gehen lassen, auch wenn es schwer fällt. Wenn ihr noch andere Tiere habt, gebt ihnen bitte die Gelegenheit, sich ebenfalls zu verabschieden. Lasst sie den leblosen Körper beschnuppern und auf ihre Art Lebewohl sagen. Nach einer gewissen Zeit denkt ihr bestimmt auch an eine andere Katze. Es ist kein Ersatz, und es ist keine Treulosigkeit, wenn ihr einer anderen Katze ein Zuhause gebt. Im Gegenteil, viele Katzen warten sehnsüchtig auf eine neue Heimat. Und euer Herz ist groß genug. 4.13.2 Meine Katze muß eingeschläfert werden. Wie geht das vor sich? Um das Leben einer Katze zu beenden, benutzt der TA gewöhnlich eine von drei Methoden. Die einfachste Variante ist die Überdosierung eines normalen Narkosemittels. Nach der Injektion schläft das Tier langsam ein, bis alle Lebensfunktionen erlöschen. Die zweite Variante besteht aus der Gabe von zwei Spritzen: Die erste enthält ein Narkosemittel in normaler Dosierung, die zweite das eigentliche Gift (häufig T61 oder Eutha77). Die Narkose ist in diesem Fall unbedingt erforderlich, da die Gifte ohne Narkose zu einem qualvollen Ersticken führen würden. Die dritte Methode ist umstritten. Bei dieser wird das Gift direkt in das Herz gespritzt. Wenn es funktioniert, ist das Tier binnen Sekunden gestorben. Jedoch setzt diese Methode große Erfahrung beim TA voraus. In drtk wurde schon mehrfach von Vorfällen berichtet, bei denen der TA das Herz nicht richtig getroffen hatte und die Katze noch unnötige Schmerzen vor ihrem Tod erleiden musste. 4.13.3 Darf ich meine Katze im Garten begraben? Viele Katzenhalter wollen ihr totes Tier nicht einfach beim TA zurücklassen, da dieser es normalerweise in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt bringen lässt. Grundsätzlich ist das Begraben des Tieres im eigenen Garten erlaubt, wenn dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt. Zusätzlich gilt, dass das Tier mit einer mindestens 50 cm starken Erdschicht bedeckt werden muss. Geregelt wird dies durch den Paragraf 5 des Tierkörperbeseitigungsgesetzes, das in Deutschland bundesweit gültig ist. Wenn man keinen eigenen Garten hat, in dem man sein Tier begraben könnte, dann existiert noch die Möglichkeit, das Tier einäschern zu lassen (TA nach entsprechenden Unternehmen fragen) oder ein Grab auf einem Tierfriedhof zu kaufen. Eine Liste von Tierfriedhöfen, sortiert nach Postleitzahlen, hat Birgit Lötzerich auf http://www.loetzerich.de/Abschied/Tierfriedhofe/tierfriedhofe.html zusammengestellt. 4.13.4 Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke? Die "Regenbogenbrücke" ist ein kleines Gedicht, welches den Halter eines verstorbenen Tieres in seinem Schmerz etwas trösten möchte. Im Web existieren verschiedene Versionen. Das Original ist von Paul C. Dahm, erschienen in seinem Buch "The Rainbow Bridge", 1997. Christel Wysocki hat eine englischsprachige Version ins Deutsche übersetzt und auf http://www.christelw.de/katzen/rainbow/ veröffentlicht. 5 Fortpflanzung 5.1 Sterilisieren oder Kastrieren? Ein populärer Irrtum ist, dass Kater kastriert und Kätzinnen sterilisiert werden. Die beiden Begriffe bezeichnen unterschiedliche Operationen: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) entfernt. Bei der Sterilisation hingegen bleiben sie erhalten, jedoch werden Ei- oder Samenleiter durchtrennt. Bei Katzen ist die Kastration seit Jahren allgemein üblich. Im Gegensatz zur Sterilisation, bei der lediglich Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften im Vordergrund steht, wird bei der Kastration auch in den Hormonhaushalt und damit in das Verhalten des Tieres eingegriffen. Hiermit wird zum einen ein dem Menschen unangenehmes Verhalten unterdrückt (z. B. das Markieren mit Urin), zum anderen wird ernstzunehmenden Gesundheitsschäden wie Krebs vorgebeugt, die z. B. eine Dauerrolligkeit verursachen kann (umfassendere Ausführungen dazu sind unter http://www.odo.in-berlin.de/kastration.html zu finden). 5.2 Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration? Ein Richtwert ist das Alter von 6 Monaten. Jugendliche Freigänger und junge Katzenpärchen sollten jedoch früher kastriert werden. Die erste Rolligkeit einer Kätzin kann bereits im Alter von 4-5 Monaten stattfinden und muss keineswegs abgewartet werden. Im Gegenteil ist es sogar günstiger, wenn die Kastration vorher stattfindet. Sorgen, eine "zu früh" vorgenommene Kastration könnte der Entwicklung einer Katze schaden sind unbegründet. Das weit verbreitete Vorurteil, ein Kater könnte durch einen frühen Kastrationszeitpunkt später Probleme mit den Harnwegen bekommen ist zweifelsfrei widerlegt: für die Harnwegsentwicklung spielt Testosteron keine Rolle. Auch Größe und Körperbau sind genetisch bedingt und nicht von Geschlechtshormonen abhängig. Seit Jahrzehnten werden Frühkastrationen (Kastrationsalter bis ca. 14 Wochen) in den USA aus Tierschutzgründen praktiziert - um sicher- zustellen, dass das Katzenelend nicht durch weiteren unerwünschten Nachwuchs vergrößert wird. Darüberhinaus haben Frühkastrationen weitere Vorteile für die Katze, z.B. ist die Operation kürzer, einfacher und wird besser vertragen. Frühkastrationen werden auch im deutschsprachigen Raum mit steigender Tendenz durchgeführt, wobei es um die praktische Erfahrung von Tierärzten diesbezüglich noch unter- schiedlich bestellt ist. Entschließt man sich zu einer Frühkastration, sollte man unbedingt einen Tierarzt wählen, der auf diesem Gebiet erfahren ist. 5.2.1 Besonderheiten bei Kätzin und Kater Während einer Rolligkeitsphase sollte möglichst keine Kastration durchgeführt werden, da Eierstöcke und Gebärmutter stark durchblutet sind. Ist es unumgänglich, muss auf jeden Fall der Tierarzt von dem Zustand unterrichtet werden, damit er sich darauf einstellen kann. Auch eine trächtige Katze kann noch kastriert werden. In dem Fall (möglichst frühzeitig, wenn die Föten noch klein sind) wird die Gebärmutter komplett entfernt. Das hört sich nicht gut an, ist aber manchmal für die Katze besser. Eventuell ist sie noch zu jung, oder es drohen Missbildungen aufgrund von Inzucht. Bei einer Kater-Kastration ist zu bedenken, dass der Kater trotz Kastration noch ca. sechs Wochen - in Einzelfällen auch länger - zeugungsfähig sein kann! 5.3 Was spricht für eine Kastration? Es gibt viele Katzen, die in Tierheimen und bei privaten Tierschützern auf ein neues Zuhause warten. Und es gibt viele Katzen, die ungeliebt und allein auf sich gestellt versuchen, durch ihr viel zu kurzes Leben zu kommen. Es muss nicht sein, dass nur, weil jemand gern mal Katzenbabys haben möchte, noch mehr Tiere produziert werden. Kommen wir zu "handfesteren" Gründen: Der unkastrierte Kater... · markiert sein Revier. Und die Duftmarke wirkt auf die Menschen ziemlich penetrant. · kämpft hart um Reviergrenzen und rollige Weibchen. Das hat häufig hohe TA-Rechnungen zur Folge, abgesehen von den schmerzenden Wunden, die sich der Kater mitunter durch diese Kämpfe einhandelt. Dazu kommt ein erhöhtes Risiko, sich durch die Kämpfe mit FeLV (Felines Leukämie Virus, also Leukämie/Leukose) oder FIV (Felines Immunschwäche Virus) zu infizieren. · stromert auf der Suche nach rolligen Weibchen. Die unkastrierte Katze... · wird regelmäßig rollig. So eine Rolligkeit mag ja ganz putzig auf die Menschen wirken. Aber für die Katze ist es Stress. Wird ihre Rolligkeit nicht befriedigt, wird sie schnell wieder rollig. Es droht eine Dauerrolligkeit. Sie isst kaum noch, wird nervös, vernachlässigt ihre Körperpflege. · trägt als Draußenkatze ebenfalls ein erhöhtes FeLV- und FIV-Risiko durch die Nachstellungen der Kater (insbesondere durch den Nackenbiss des Katers bei der Paarung). · kann krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter bekommen (Krebs, dazu siehe auch 5.1). 5.4 Woran erkennt man die Geschlechtsreife? Der Kater beginnt oft damit, sein Revier zu markieren. Das kann leider auch in der Wohnung passieren. Beim Markieren wird Urin mit Duftstoffen (recht penetrant für Menschennasen) meist schräg nach oben gegen eine Fläche (Wand, Schrank, Sofa, Baum, Hausecke. . . ) gespritzt. Der Schwanz ist nach oben abgespreizt, und die Hinterpfoten treteln (oder pumpen). Auch der Urin in der Katzentoilette riecht durch die Duftstoffe streng. Dazu kommt häufig ein typisches Revierverhalten, d. h. es beginnt die Zeit der Katerkämpfe um Revier und Weibchen. Eine Kätzin wird rollig. Dieser Begriff ist durchaus wörtlich zu nehmen. Jeder wird eine rollige Katze erkennen, auch wenn er nicht weiß, wie das im Detail aussieht: Die Katze rollt sich auf dem Boden, streckt das Hinterteil hoch und spreizt dabei den Schwanz ab. Sie bietet sich förmlich an. Dazu kommt ein lautes Gurren und Rufen nach einem potenten Kater, was durchaus schon mal als Lärmbelästigung aufgefasst werden kann. Auch rollige Katzen markieren. Es kommt sogar vor, dass sie in Katermanier gegen Flächen spritzen. Meist sind es aber kleine Pfützen, die der Katzenmensch an unerwünschten Stellen findet. Eine Rolligkeit dauert ca. fünf bis sieben Tage. 5.5 Wie kann ich uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten? Für eine Katze sind Trächtigkeit und Geburt ein völlig natürlicher und meistens unkomplizierter Vorgang. Trotzdem sollte man auf ungewöhnliche Anzeichen achten, die andeuten könnten, dass etwas nicht ganz richtig läuft. Im Zweifelsfall ist der TA der richtige Ansprechpartner - vor, während und nach der Geburt. 5.5.1 Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie? Handelt es sich um eine Rassekatze, die zu diesem Zweck zum Kater gebracht wurde, ist die Errechnung des Geburtstermines sehr einfach. Die Tragezeit einer Katze beträgt durchschnittlich 62-65 Tage (die Ex- tremwerte sind 58-71 Tage). Schwieriger wird es, wenn die (freilaufende) Katze, die eigentlich demnächst hätte kastriert werden sollen oder eigentlich noch viel zu jung für Derartiges ist, plötzlich ruhiger wird und ein immer dickeres Bäuchlein bekommt. Dann kann man den Wurftag nur ungefähr schätzen. Allerdings kann der TA auch eine trächtige Katze kastrieren (siehe 5.2.2). Während der Trächtigkeit wird die Katze mit dem gewohnten, hoffentlich hochwertigen Futter gefüttert wie immer (sie braucht ebensowenig wie eine Schwangere "für zwei" zu essen). Allerdings ist der erhöhte Kalziumbedarf zu berücksichtigen, ein geeignetes Präparat empfiehlt evtl. der TA. Sollte die Katze während der Trächtigkeit Krankheitsanzeichen zeigen oder gar Blut verlieren, ist sofort der TA aufzusuchen. 5.5.2 Geburt Man sollte auf jeden Fall zu Hause sein, wenn die Katze wirft. Urlaubstage sind entsprechend einzuteilen. Auch bei einer Katze, die schon öfter problemlos geworfen hat, können unerwartete Schwierigkeiten auftreten. Am besten bespricht man sich vorher mit dem TA, um ihn bei Problemen erreichen zu können. Wenn man zum ersten Mal eine Katzengeburt erlebt, ist es am günstigsten, sich des Beistandes einer erfahrenen Person zu versichern und diese mit Versprechungen von Kaffee und Kuchen ins Haus zu locken. Als Wurflager und Kinderstube eignet sich sicher ein entsprechend großer Pappkarton (mit abnehmbarem Deckel und Eingang), aber ein Korb, mit einem Polster und einem selbstgemachten abnehmbaren Himmel sieht als Katzenkinderstube doch hübscher aus. Als Einlage während der Geburt eignen sich am besten Bettnässereinlagen, die man in der Apotheke erhält. Desinfektionsmittel (am besten Sterillium, Apotheke), saubere Tücher (und Küchenrollen) und eine kleine scharfe Schere sollten zur Hand sein. Wichtig ist auch eine Gramm-genaue Waage. Obwohl in Katzenbüchern oft zu lesen ist, dass Katzen die bevorstehende Geburt durch Unruhe oder Einstellen der Futteraufnahme anzeigen, ist das nicht immer so. Ich kenne eine Katze, die sich zehn Minuten vor der Geburt ihres ersten Kindes (insgesamt waren es dann sieben) noch kräftig den Bauch vollgeschlagen hat. Knapp vor dem Geburtstermin wird die Katze nun wirklich unruhig, hechelt und putzt sich vermehrt die Geschlechtsteile. Normalerweise wird das Kätzchen in der Fruchtblase geboren, die die Kätzin sofort aufreißt, um das Kleine trockenzulecken. Die Nachgeburt wird gefressen und dabei die Nabelschnur abgekaut (länger als 2 cm sollte sie nicht sein, damit sie sich nicht um ein Beinchen des Neugeborenen wickeln kann). Hört die Katze nicht auf zu kauen und kommt zu nahe an das Bäuchlein des Kleinen, nimmt man es ihr weg. Wenn sie das Kleine nicht auspackt, Fruchtblase aufreißen, abnabeln (die Nabelschnur möglichst ein wenig massieren vor dem Abschneiden) und, wenn das Kätzchen nicht atmet, ausschütteln (bitte vorher unbedingt zeigen und erklären lassen). Übertragene Kätzchen überleben Sauerstoffmangel nach der Geburt viel schlechter (geringe Herzglykogenreserve), deshalb sollten spätestens am 69. Tag die Kätzchen notfalls durch einen Kaiserschnitt geholt werden. Meist kommen die Jungtiere in Abständen von einer halben bis einer Stunde, es können aber auch Stunden dazwischen sein. Wenn die Kätzin in diesen Pausen keine Wehen hat, verläuft alles normal. Sollte sie aber über längere Zeit (ab ca. 1 Std.) Wehen haben, ohne dass ein Kind erscheint, bitte den TA anrufen! Zu jedem Kätzchen gehört eine Nachgeburt; wenn eine fehlt, TA kontaktieren. Eine im Körper verbliebene Nachgeburt kann schlimme Folgen haben. 5.5.3 Aufzucht Nun ist die Geburt vorbei, das Körbchen mit einer frischen Einlage versehen, im Idealfall trinken alle Kätzchen tretelnd, dabei geschwind ihre Geschwister wegschubsend, und die junge Mutter schnurrt beruhigend. Die Kätzchen sind gewogen und ein Geburts- und Aufzuchtprotokoll angelegt, denn die Kleinen sollen die ersten Wochen täglich zur selben Zeit gewogen werden, damit man sofort sieht, wenn eines nicht zunimmt. Waage, Wurfkorb, Menschenhände - alles wird peinlich sauber gehalten und desinfiziert. Besucher der Wöchnerin schauen mit den Augen, nicht mit den Händen. Ebenso Kinder, die zwar beobachten und die Mama streicheln, jedoch die Kätzchen nicht herausnehmen und herumtragen dürfen. Die Kätzin verliert einige Tage noch ein wenig Blut. Bis das vorbei ist und solange die Nabelschnüre noch nicht abgefallen sind (nach ca. sechs Tagen), wird die Einlage des Wurflagers täglich gewechselt. Bei den geringsten Anzeichen von Erkrankungen von Mutter oder Kindern muss sofort der TA kontaktiert werden. In der ersten Lebenswoche nehmen die Kleinen etwa 1-2 g täglich zu. Mit vier Wochen sollten sie zwischen 350 und 500 g schwer sein, wobei die Mädchen meist leichter sind als die Kater. Mit neun bis zehn Tagen öffnen sie die Augen (sollten sie sich nicht öffnen oder gar die Lider anschwellen, TA kontaktieren). Die Mutter nimmt beim Putzen Kot und Urin auf (dadurch bleibt das Nest sauber und geruchlos für Feinde), solange die Kleinen sich nur von Muttermilch ernähren. Die Mutter sollte weiterhin Kalzium erhalten und ausreichend fressen. Wenn meine Anna nicht fressen wollte, stellte ich ihr das Futter in den Wurfkorb. Da sie es als nicht geeignet für ihre Kinder einstufte, futterte sie sofort das Schüsselchen leer. Ehe die Kleinen vier Wochen alt sind, sollten sie neben dem Wurfkorb ein Kinderklo (flache, kippsichere Schale, kein Klumpstreu, da es gerne gefressen wird) finden. Ich weiß noch, wie so ein kleiner Mann laut jammernd und entsetzt das Würstchen anstarrte, das da plötzlich aus ihm herauskam. Meist wird das Klo gerne benutzt, vor allem zum Spielen. Dafür benutzte eines unserer Katzenkinder hartnäckig die Trocken- futterschale als Klo (hat sie sich aber bald wieder abgewöhnt). Ab etwa vier Wochen verlassen sie ihr Körbchen und beginnen, ihre Umgebung zu erforschen. Da sie aber die Gewohnheit haben, den Menschen auf Schritt und Tritt zu folgen, ist es am besten, ihre Aktivitäten vorerst auf einen Raum zu beschränken, damit man nicht auf sie tritt. Wir haben deshalb in die offene Türe eines Zimmers ein ca. 20 cm hohes Brett geklemmt, über das die Mutter hüpfen konnte, nicht aber die Kin- der, und dadurch verhindert, dass die Kleinen in der Wohnung herumlaufen und sich an den unmöglichsten Stellen zum Schlafen niederlassen. Als Erstfutter eignet sich gutes Katzenfutter (siehe Kapitel 3). Wenn die Mutter nicht mehr so viel säugt, sollte man die Kleinen fünfmal am Tag füttern: abwechselnd Futter und Brei aus Kondensmilch und Hefe- flocken, versetzt mit Kalzium und Vitaminen. Zum Impfplan siehe 4.3. Der Zeitpunkt der ersten Entwurmung richtet sich nach den Lebensumständen der Mutterkatze. Welpen von Freigängerinnen sollten so früh wie möglich, evtl. schon mit zwei Wochen, erstmals entwurmt werden, alle anderen kurz vor den ersten Impfungen. Wenn die Kleinen abgegeben werden sollen, sieht man sich rechtzeitig (d. h. sobald sie geboren sind) nach geeigneten Plätzen um. Ihre neuen Halter dürfen sie zwar besuchen, aber erst mitnehmen, wenn sie zwölf Wochen alt sind. Dass nur der beste Platz mit den nettesten Menschen gut genug ist, versteht sich von selbst. Auch bei Hauskätzchen sollte man sich zumindest die Impfkosten ersetzen lassen. Dieser Beitrag ist für gute künftige Katzeneltern sicher selbstverständlich. 5.6 Mutterloses Junges - was nun? Kommt man in die Verlegenheit, ein mutterloses Kätzchen aufziehen zu wollen oder müssen, gibt es einige Dinge, die unbedingt zu beachten sind. Grundsätzlich allerdings unterscheidet sich die Versorgung eines Katzenbabys nicht sehr von der eines menschlichen Kindes. Als obersten Grundsatz (wie immer bei der Tierhaltung) sollte man wohl nehmen, dass der TA einer deiner besten Freunde ist! Mit dem Kätzchen sollte man sich also schnellstmöglich zu ihm begeben. Erstmal muss das Kleine gründlich untersucht werden und dann mit Sicherheit eine Behandlung gegen Parasiten - innere wie äußere - bekommen. Auch eine Unterstützung des Immunsystems ist in vielen Fällen anzuraten (Baypamun). Hat man das solcherart grundversorgte Kätzchen dann zu Hause, braucht es viel Wärme. Eine schlichte Wärmflasche ist nicht so gut, weil die Wärme nicht gleichbleibend ist und relativ schnell nachlässt. Am besten hat sich eine so genannte "Ferkellampe" bewährt; das ist eine große Rotlichtlampe, die man für wenig Geld z. B. im landwirtschaftlichen Handel bekommt. Diese Lampen können, im Gegensatz zu "normalen" kleinen Rotlichtlampen, auch im Dauereinsatz sein, ohne dass sie schmelzen. Die Ferkellampe wird mit ihrer Kette etwa 60 Zentimeter über dem Kätzchen aufgehängt (Temperatur im Auge behalten!) und spendet tage- oder auch wochenlang gleichbleibende Wärme. Wenn das Kleine ein bisschen größer ist und nicht mehr ganz so viel Wärme benötigt, sollte es allerdings eine Ausweichmöglichkeit haben und sich auch außerhalb des unmittelbaren Strahlbereichs der Lampe hinlegen können. (Übrigens sind diese Ferkellampen auch bei erwachsenen kranken oder angeschlagenen Tieren sehr hilfreich!) Als Aufenthaltsort für das Kätzchen haben sich z. B. große Kaninchenkäfige bewährt. Dort ist es sicher untergebracht, kann am Leben der Familie teilnehmen und hat genügend Platz, sich ein wenig zu bewegen. Auch ein Mini-Katzenklo und später Futter- und Wasserschüsselchen finden darin Platz. Je nachdem, wie alt das Kätzchen ist, benötigt es etwa alle zwei Stunden Milch. Am besten besorgt man sich spezielles Katzenaufzuchtmilchpulver beim TA. Es wird für jede Fütterung frisch mit warmem Wasser angerührt. Wie bei menschlichen Babys ist die richtige Temperatur sehr wichtig! Sehr kleine Katzenwelpen muss man vielleicht erst mit einer kleinen Einwegspritze (ohne Kanüle) füttern, ihnen jeweils ganz wenige Tröpfchen vorsichtig ins Mäulchen träufeln, bis pro Mahlzeit etwa 5-10 ml getrunken wurden. Etwas größere Babys kommen meist mit speziellen Aufzuchtfläschchen (aus dem Tierbedarfshandel) prima zurecht. Vielfach werden auch einfach die kleinen Milchfläschchen benutzt, in denen Liebesperlen angeboten werden. Bei beiden Flaschenarten muss man auf eine angemessene Größe des Schnullerloches achten. Wenn es zu groß ist, verschlucken sich die Kleinen leicht. Man muss natürlich peinlich auf Hygiene achten, immer sauber ausgewaschene Flaschen und Schnuller sind sehr wichtig! Nach der Mahlzeit gilt es, eine weitere, wichtige Aufgabe der Katzenmama zu übernehmen: Die Verdauung des Kätzchens anregen! Dazu muss das Bäuchlein sanft massiert werden, mit kleinen, streichelnden Bewe- gungen, immer nach unten, dem Schwänzchen zu. Nimmt man dazu in warmem Wasser ausgedrückte Wattebäusche, kann man damit gleich prima den abgegebenen Urin und Kot aufnehmen und das Hinterteilchen schön abwaschen. Das Kleine bitte danach gleich wieder trocknen, sonst entzieht die Verdunstungskälte zu viel Körperwärme. Im Alter von etwa drei Wochen ist das Katzenkind dann so weit, langsam mit festerer Nahrung bekannt gemacht zu werden. Eine gute Methode besteht darin, dem Kleinen erstmal seine gewohnte Milch auf einer Untertasse anzubieten. Es wird zunächst hineintapsen, schnuppern und gar nicht wissen, was es damit anstellen soll. Wenn man immer wieder seine Fingerspitze in die Milch taucht und dann zum Ablecken/Absaugen anbietet, wird das Tierchen irgendwann begreifen. Aber bitte nicht von einem Moment zum anderen erwarten, dass das Katzenkind "umsteigt". Es wird sicherlich ein paar Tage dauern, bis es die Fläschchen gar nicht mehr braucht! Hat das Kleine begriffen, worum es geht, kann man anfangen, ganz langsam vermustes Katzenkinder-Dosenfutter unter die Milch zu mischen und den Anteil allmählich zu steigern. Manche Tierchen lernen das sehr schnell und mögen dann auch bald kein Fläschchen mehr. Manche tun sich schwer damit. Evtl. muss man tricksen, indem man dem Katzenkind beispielsweise winzige Bröckchen des Dosenfutters in die Mundwinkel schmiert und darauf wartet, dass es beim Putzen auf den Geschmack kommt. Ein wichtiges, auch in dieser Phase immer wieder benötigtes Utensil ist ein weiches Handtuch. Bei kleinen Kätzchen muss man eigentlich ständig irgendwas abwischen und säubern. Die Erziehung zur Sauberkeit läuft fast von allein. Bis zum Alter von etwa drei Wochen muss man mittels Wattebäuschen und ständigem Wechseln der Unterlagen nachhelfen, aber dann geht es gewöhnlich ganz schnell, dass das Kleine selbstständig das Katzenklo aufsucht: Sowie es mobil genug auf den eigenen Beinchen ist, muss man es ihm eigentlich nur ab und zu zeigen. Wenn man auf seinen gesunden Menschenverstand hört, das Kleine jede Woche dem TA vorstellt und nicht erwartet, dass immer alles nach (Zeit-) Plan geht, ist die Katzenaufzucht eine lohnende und schöne Sache. 5.7 Bekommen kastrierte Kater dickere Köpfe? Nein. Das ist Unsinn. 5.8 Meine Katze ist trotz Kastration rollig Es ist zwar selten, kann aber leider passieren. Wenn neben den Eierstöcken noch versprengtes Eierstockgewebe vorhanden ist, werden weiterhin Hormone produziert, die die Katze rollig werden lassen. Eine erneute Operation ist aus den unter 5.3 genannten Gründen angebracht. Unter Umständen nimmt der TA auch die Gebärmutter heraus. 5.9 Kann ich nicht die Pille geben? Die Pille ist recht umstritten. Für einen kurzen begrenzten Zeitraum ist es sicher kein Problem. Aber zum einen wurde bei manchen Katzen festgestellt, dass die Pille mit der Zeit keine Wirksamkeit mehr zeigt. Und zum anderen können sich bei permanenter Pillengabe hormonabhängige Krebserkrankungen oder Gebärmuttervereiterungen entwickeln. Daher sollte man eine Katze besser kastrieren lassen. 6 Verhalten 6.1 Meine Katze pinkelt nicht ins Klo, was soll ich tun? Wenn eine Katze plötzlich unsauber wird, sollte man zu Ergründung folgenden Fragenkatalog beantworten: · Seit wann tritt das Problem auf? Um den Grund eines möglichen Protestpinkeln herauszufinden, muss man einfach so genau wie möglich die Katze beobachten. · Besuch beim TA. Es könnte z. B. eine Blasenentzündung vorliegen, die Katze gibt dem Klo die Schuld an den Schmerzen beim Wasserlassen und hofft, es sei anderswo angenehmer. · Ist die Katze kastriert? Wird die katze geschlechtsreif kann es zum Markieren des Reviers kommen. Nach der Kastration sollte dieses Problem behoben sein, nur in seltenen Fällen wird trotzdem weiter markiert. Dannl muss man wohl damit leben. · War die Katze vorher Freigänger? Oftmals zeigt eine Katze ihren Unmut über gestrichenen Freigang mit Protestpinkeln an. Abhilfe kann hier fast nur durch erneuten Freigang geleistet werden. Es ist mir aber auch ein Fall bekannt, wo das Füllen des Katzenklos mit ganz profanem Kies das Problem gelöst hat. · Veränderungen im Wohnbereich Katzen sind Gewohnheitstiere, und oftmals hassen sie nichts mehr als Veränderungen in ihrem Revier. Darunter können fallen: ­ Umzug in eine neue Wohnung ­ Kauf neuer Möbel ­ Umstellen der Möbel ­ Umstellen der Katzenmöbel ­ neue(r) Lebensgefährte/-in ­ neues Katzenklo ­ anderer Aufstellort desselben ­ Umstellung der Katzenstreu · Ist ein neuer Spielkamerad eingezogen? Oftmals zeigt eine Katze Abneigung oder Eifersucht gegen einen neuen Kumpel durch Protestpinkeln an. Da hilft eigentlich nur: Augen zu und durch. Wenn es gar nicht geht, muss ein neuer Platz für den Kumpel gefunden werden. · Ist das Katzenklo der Katze sauber genug? Als Abhilfe könnten wirken: ­ Reinigung des Katzenklos mehrmals täglich ­ Aufstellen eines weiteren Klos ­ Verschiedene Streus ausprobieren · Ist das Katzenklo zu sauber? Dagegen hilft Auswaschen nur mit heißem Wasser und evtl. wenig Neutralseife. Keine scharfen Putz- oder Desinfektionsmittel verwenden, die die Katzennase beleidigen. 6.2 Die Katze ist aggressiv Eine Katze kann auf die unter 6.1 genannten Punkte auch mit Aggressivität reagieren. Auch hier gilt: So genau wie möglich beobachten. Es könnte natürlich auch sein, dass sie aus Angst aggressiv reagiert. Dann hilft Geduld, Geduld und noch mal Geduld. Ist die Katze neu eingezogen, muss sie sich natürlich erst an die neue Umgebung, die dort lebenden Tiere und Menschen gewöhnen. Am besten lässt man der Katze erstmal ihre Ruhe. Empfehlung: In gewissen Abstand hinsetzen, die Blickrichtung nicht direkt zur Katze, und mit ruhiger, leiser Stimme irgendwelche Geschichten erzählen, aus einem Buch oder der Zeitung vorlesen. Sobald sich die Katze akklimatisiert hat, siegt i. d. R. ihre Neugier. Weniger Aggressivität denn kindliche Verspieltheit sind die Kampfspiele von jungen Katzen. Auch wenn sie dabei die Hände ihrer Menschen anfallen, deren Beine zerkratzen oder ihnen nachts in die Zehen beißen, das ist nicht bös gemeint, sondern für ihre Entwicklungsphase normales Spielverhalten. Abhilfe schafft hier am ehesten ein kätzischer Spielkamerad - dann wird mit dem gekämpft. Oder feste Zeiten und Ge- wohnheiten für Kampfspiele, zu denen der menschliche Spielkamerad sich mit dicken Lederhandschuhen bewaffnet, die nackten Hände mit einem Handtuch umwickelt oder sie in einer Plüsch-Handpuppe versteckt. Jeder (!) Versuch, die nackte Haut zu attackieren, sollte sofort gestoppt werden: still halten, laut Neinßagen, laut jammern, bis das Tierchen los lässt, und das Spiel umgehend beenden. Notfalls zurückbeißen ein leichtes (!) Zwacken ins Ohr kann wahre Wunder wirken. 6.3 Meine Katze kratzt an Tapeten Das Kratzen an Tapeten und/oder Möbelstücken kann u. U. daran liegen, dass der Kratzbaum · an einer ungünstigen Stelle steht: DerOptimale Standpunkt liegt zwischen Lieblingsschlafplatz und Katzenklo. · zu klein ist · nicht sicher genug ist, sprich keinen festen Stand hat oder bereits umgekippt oder zusammengekracht ist · der Katze völlig neu ist und sie den Zweck dieses Katzenmöbels nicht kennt Um nicht wochenlang immer wieder den Kratzbaum ab- und aufbauen zu müssen, kann z. B. mit einer Art Kratzbrett der beste Standort ausgetestet werden. Dazu empfiehlt sich entweder ein fertiges zu kaufen oder aber einen Regalboden aus dem Baumarkt mit einem Stück Teppichboden zu bespannen. Wird das Kratzbett an einer bestimmten Stelle angenommen, empfiehlt es sich, den Kratzbaum dort aufzubauen. Ist der Kratzbaum zu klein, entweder einen größeren kaufen oder, falls möglich, den vorhandenen erweitern. Kratzbaumsysteme gibt es zu kaufen. Wer handwerklich begabt ist, kann eine schöne Kratzbaum- wohnlandschaft selbst entwerfen. Ob ein Kratzbaum sicher ist oder nicht, lässt sich schnell herausfinden. Wird vorsichtig dran geruckelt, und er beginnt zu schwanken, so wird es nicht lange dauern, und das Ding fällt mitsamt Mieze um. Sicherer kann der Baum z. B. gemacht werden, indem er mit Winkeln an die Wand geschraubt wird. Manchmal hilft es auch schon, den Deckenspanner zusätzlich mit Schrauben in der Decke zu verankern. Gerade jungen Katzen muss man möglicherweise erst mal zeigen, wofür der Kratzbaum gut sein soll: Immer wieder geduldig Katze nehmen, an den Baum setzten und mit den Pfötchen an einer Säule kratzen. Bei älteren Katzen führt womöglich die Sisalbespannung zu Verwirrung, wenn sie dies nicht kennen. Dann hilft u. U. ein Gang zum Förster oder Bauern, der einem sicherlich gern einen starken Ast überlässt. 6.4 Katzensprache Katzen sprechen zwei Sprachen mit jeweils mehreren Ebenen: Lautsprache, Mimik, Körpersprache und Duftsignale. Die eine Sprache dient der Verständigung untereinander und ist artspezifisch, d.h. gleiche Signale haben bei jeder Katze die gleiche Bedeutung. Die andere dient der Verständigung über Artgrenzen hinweg und ist individuell, denn sie entwickelt sich erst im Zusammenleben der Katze mit ihrer Familie, zu der neben dem Menschen auch andere Haustiere gehören können. 6.4.1 Verständigung zwischen Katzen Wenn befreundete Katzen einander begegnen, begrüßen sie sich meistens mit einem kurzen leisen Erkennungslaut, gefolgt vom "Nasenkuss". Dabei legen sie ihre Nasen und manchmal auch die Stirn aneinander. Gelegentlich geben sie auch Köpfchen - die eine stößt der anderen sanft den Kopf in die Seite und streicht anschließend mit der Wange oder sogar dem ganzen Körper an ihr entlang - und kontrollieren die Analregion. Einander fremde Katzen taxieren sich zunächst. Sind sie freundlich gestimmt, folgt eine vorsichtige Kontaktaufnahme, die bis auf eine ausgeprägte Zögerlichkeit genauso aussieht wie bei befreundeten Katzen. Sind sie eher feindselig gestimmt, starren sie sich zunächst einfach nur an, fauchen vielleicht auch. Wenn keiner dem Blick des anderen ausweicht, werden größere Geschütze aufgefahren. Die Kontrahenten umkreisen einander im Zeitlupentempo, machen einen Buckel, sträuben das Fell, plustern den Schwanz auf, drehen die Ohren zur Seite und beginnen abwechselnd zu fauchen und zu grollen. Dieses Grollen, einem Knurren nicht unähnlich, geht in einen kehligen Gesang über, der unmittelbar vor dem eigentlichen Angriff in einem schrillen Schrei kulminiert, wenn der andere sich nicht freiwillig zurückzieht. Der Kampf selbst ist meist heftig und kurz, von Spucken und schrillem Kreischen untermalt. Wenn der Sieger feststeht, wenden beide den Blick voneinander ab. Der Sieger bleibt an Ort und Stelle und beginnt sich zu putzen, der Unterlegene schleicht in geduckter Haltung davon. "Gesprochen" wird bei Katzen vor allem in der Beziehung zwischen Katzenmutter und ihren Jungen. Die Katzenmutter benutzt spezifische Lock-, Beruhigungs-, Achtung- und Warnlaute, mit denen sie ihre Jungen lenkt, bei der Jagd anleitet, auf Gefahren aufmerksam macht und erzieht. Das Schnurren wird gezielt zur Beruhigung und Förderung der Entspannung eingesetzt - von beiden Seiten. Die Jungen benutzen darüber hinaus ein Angst- und Verlassenheits-Fiepen, um ihre Mutter zu rufen. 6.4.2 Verständigung zwischen Katze und Mensch Um sich mit dem Menschen zu verständigen, bedient sich die Katze hauptsächlich der gleichen Kommuniktionsmittel, die ein Katzenjunges gegenüber seiner Mutter verwendet, baut diese aber aus bzw. verfeinert sie. Dadurch variieren Form und Bedeutung der Signale stark, und es kann vorkommen, dass nur der Halter bestimmte Signale seiner Katze versteht, ein anderer Mensch sie aber nicht zu deuten weiß, obwohl er Katzenerfahrung hat. Die Bedeutung des Schnurrens ist die gleiche wie zwischen Katzen untereinander. Es soll beruhigen, manchmal auch beschwichtigen, und Zufriedenheit sowie Wohlbefinden ausdrücken. Ebenso eindeutig ist das Fauchen. Es heißt immer: "Lass das, geh mir vom Leib, zieh dich zurück." Angelegte Ohren, ein peitschender Schwanz, gesträubtes Fell sagen das Gleiche. Wenn die Katze ihren Menschen zu etwas animieren will, ist das meist am Tonfall zu erkennen: Das Maunzen klingt auffordernd bis fordernd, manchmal auch jammernd oder lockend. Bei manchen Katzen geht der fordernde, mit offenem Maul hervorgebrachte Maunzton in ein mit geschlossenem Maul hervorgebrachtes "mmmrrrut" über, wenn die Katze ungeduldig wird oder meint, der Mensch habe endlich begriffen, was sie will. Unterstrichen wird das Ganze häufig durch Begrüßungsgesten, die gezielt zur Überredung eingesetzt werden: Die Katze streicht ihrem Menschen um die Beine, richtet sich an ihm auf, stupst ihn mit dem Kopf an, reibt Stirn, Oberkopf, Wangen, Kinn, Lippen und Flanken an ihm und umschlingt zum Abschluss seine Beine mit dem Schwanz. Da dabei fast alle Duftdrüsen der Katze zum Einsatz kommen, dient dieser Vorgang nebenbei auch dazu, einen Besitzanspruch zu verdeutlichen: "Mein Mensch!" Ein trillerndes "prrrrruit" ist meistens eine Begrüßung oder eine freundliche Aufforderung, der Katze zu folgen, gemischt mit Vorfreude. Dieser Triller wird folgerichtig fast nur dann eingesetzt, wenn die Katze sicher ist, dass ihr Wunsch gleich erfüllt wird. Begleitet wird er häufig von einem steil in die Höhe gestreckten, leicht zitternden oder an der Spitze umgebogenen Schwanz. Ebenfalls freundliche, etwas nachdrücklichere Aufforderung oder Frage ("Was ist los?" - "Was willst du?" - "Darf ich ...?" - "Gibst du mir ...?") ist das "stumme Miau", bei dem die Katze den Menschen direkt anschaut und das Maul öffnet wie beim Maunzen, ohne allerdings einen Ton von sich zu geben. Redselige Katzen, vor allem Orientalen, geraten regelrecht ins Erzählen. Was sie damit jeweils ausdrücken wollen, wird meistens nur - und auch nicht immer - vom Halter des Tieres verstanden. Wirft sich eine Katze auf die Seite oder den Rücken und wälzt sich hin und her, blinzelt einen an und maunzt dabei evtl. mit lockendem Unterton, so ist das eine Aufforderung. Mit dieser Gestik zeigt die rollige Katze dem Kater ihre Bereitschaft zur Paarung. Dem Menschen hingegen signalisiert sie damit Wohlbefinden und fordert zum Spiel oder zu Zärtlichkeiten auf, allerdings nicht unbedingt zum Bauchkraulen! Auch Katzen, die absolut nicht am Bauch berührt werden mögen, präsentieren ihn so verlockend - um dann ziemlich unwirsch klarzustellen, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Dieses Signal ist deshalb bei fremden Katzen mit Vorsicht zu genießen. Wenn eine Katze irgendetwas mit den Augen fixiert, ein paarmal kurz "mäk" oder "mäk-mäk" sagt und/oder mit den Zähnen "klappert", hat das nichts mit Kommunikation zu tun. Hier handelt es sich um eine Ersatzhandlung: einen angedeuteten Tötungsbiss für eine (unerreichbare) Beute. 6.5 Verbote und Erziehung Eine Katze lässt sich nur sehr begrenzt erziehen. Anders als beim Hund, sieht die Katze im Menschen vor allem ein Mittel zum Zweck, keinen Rudelführer, dem sie sich unterordnet. Man kann praktisch nur versuchen, ihr beizubringen, dass einige Dinge nicht erwünscht sind. 6.5.1 Verbote Um Verbote durch zusetzen, haben sich folgende Mittel bewährt: · Wasserspritze oder -pistole · Katze anpusten · strenger Blick, erhobener Zeigefinger, energisches Nein · Klatschen mit den Händen · absolute Konsequenz Dabei ist es wichtig, die Katze auf "frischer" Tat zu erwischen. Eine nachträgliche Bestrafung macht keinen Sinn, weil die Katze den Zusammenhang zu einer längere Zeit zurückliegenden Tat nicht erkennen kann. 6.5.2 Erzieherische Maßnahmen Völlig falsch ist es, eine Katze, die an falscher Stelle ihren Urin abgegeben hat, z. B. mit der Nase in die Pfütze zu drücken oder gar zu schlagen. Mit Schlägen (und sei es nur ein Klapps) kann die Katze wenig bis nichts anfangen. Ausserdem riskiert man ihr Vertrauen, wenn die Hand, die Futter reicht und streichelt, auch schlägt. Katzen sind sehr reinliche Tiere und pinkeln niemals ohne Grund irgendwo hin (siehe 6.1). Soll der Katze z. B. beigebracht werden, nicht am Tisch zu betteln, hilft nur konsequentes (!) Runterschubsen, Anpusten oder Aussperren. Jede Ausnahme wird von der Katze als Aufhebung des Verbots betrachtet. Eine gesäuselte Diskussion wie: "Bitte, liebe Katze, würdest du so freundlich sein und mir mein Frühstück überlassen?", löst bei der so Angesprochenen nur einen Lachkrampf aus. Kommandos wie "Runter da!" oder "Geh weg da!" haben sich nicht bewährt; die Katzen nehmen das als Spitznamen. 6.6 Neue Mitbewohner Während eines Katzenlebens kann in der Familie viel passieren. Neue Menschen oder Tiere kommen, andere verlassen die Familie. Die Katze sollte immer einbezogen werden. Stell der Katze neue Familien- mitglieder vor, und lass sie sich von Gehenden verabschieden. Katzen mögen keine Veränderungen, und daher sollte der Tiger in einer solchen Zeit immer möglichst liebevoll umsorgt werden. 6.6.1 Wenn eine andere Katze/ein anderes Tier einzieht Die Frage, ob es Sinn macht, einen Spielkumpanen zu holen, kann kein anderer beantworten als der Halter selbst. Jede Katze hat einen eigenen Charakter. Es gibt gesellige Katzen, aber auch Einzelgänger. Hier gilt die Devise: Versuch macht klug. Am besten ist es, schon von vornherein ein Geschwisterpärchen aufzunehmen. Da fällt die Eingewöhnungsphase weg. Allgemein sollte man nicht unbedingt völlig verschiedene Charaktere mischen, und der Neue sollte möglichst nicht der Dominantere sein. Man sollte einer älteren, ruhigen Katze nicht einen jungen Fellball vor die Nase setzen, wobei ein junges Pärchen den Alltag durchaus wieder interessant machen kann. Bei kleinen Fellbällen spricht man oft von einem "Welpenbonus". Aber auch den kennt nicht jede erwachsene Katze. Wie auch immer die Wahl ausfällt, die vorhandenen Katzen haben Priorität vor den Neuankömmlingen. Sie sollten immer zuerst gefüttert, gestreichelt und bespielt werden. Die neuen müssen sich unterordnen. Das fällt gerade bei süßen kleinen Babykatzen schwer, ist aber sehr wichtig, damit die Erstkatze sich nicht zurückgesetzt fühlt. Will man eine neue Katze in eine bestehende Gruppe integrieren, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: 1. Man lässt die Katzen das unter sich austragen. Da durch eine neue Katze die Rangfolge neu diskutiert werden muss, sollte man nur eingreifen, wenn Blut fließt. Alles andere sieht schlimmer aus, als es ist. 2. Man trennt vorhandene Katzen und Neuankömmlinge. Kontakt ist erst mal nur durch Schnüffeln unter der Türspalte möglich. Nach einer Weile (ein oder mehrere Tage) wechselt man die Zimmer, so dass der Neuankömmling in Ruhe das Rest-Revier beschnuppern kann. Derweil kann die Gruppe der Alteingesessenen das Zimmer des Neuankömmlings inspizieren. Bei beiden Variationen kann der Dosi natürlich helfend eingreifen. Er streichelt erst die eine Gruppe und geht dann zur anderen. Er reibt die eine Gruppe mit einem Handtuch ab und gibt es der anderen zum Schnüffeln. Das geht auch mit Schlafkissen sehr gut, die man zwischendurch austauscht. Es hat auch schon geholfen, beide Parteien mit einem gemeinsamen Duft zu versehen, z. B. Vanille (keine Öle nehmen!), Malzpaste oder einfach ein vom Dosi getragenes T-Shirt. 6.6.2 Wenn es menschlichen Nachwuchs gibt Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Sache. Aber ein Baby ist kein Grund, ein Glied der Familie, zu der ja auch die Katzen gehören, rauszuwerfen. Alle müssen sich neu arrangieren. Natürlich auch die Katze. Dabei braucht sie Hilfe. Sie versteht nicht, was da vorgeht. Lasst sie alles abschnuffeln und bepfoteln, was für das Baby angeschafft wird. Lasst sie tagsüber auch mal mit euch ins Babyzimmer gehen. Die Kuschelstunden mit der Katze sind für die werdende Mutter schön und entspannend. Genieße sie, und informiere dich über Toxoplasmose (siehe 4.2.9), bevor die Verwandtschaft oder der Frauenarzt dich darauf anspricht. Auch das Allergierisiko für Babys wird durch eine Katze nicht größer. Im Gegenteil. Wachsen Babys von Anfang an mit Katzen auf, verringert sich ihr Allergierisiko. Katzen bringen keine Babys um und stehlen ihnen auch nicht den Atem. Trotzdem solltet ihr die Katze nicht mit dem Baby allein lassen, wenn dieses schläft. Hat das Baby ein eigenes Zimmer, kann man die Tür schließen. Mit einem schmalen Gitter (Marke Eigenbau), das man in den Türspalt einhängen kann, kann man auch bei offener Tür die Katze aussperren. Schläft das Baby im Elternschlafzimmer, wird es schwierig, denn dass die Katze auf einmal nicht mehr dort schlafen soll, ist für sie nicht zu verstehen, geschweige denn einzusehen. Macht ihr ein anderes Zimmer angenehm, z. B. durch einen kuscheligen Schlafkorb oder eine Decke, die nach euch riecht. Manche Katzen finden Dinkel- oder Kräuterkissen unwiderstehlich. In diesem Fall sollte man so etwas nicht für das Babybett kaufen. Wenn das Baby da ist, sollte es der Katze vorgestellt werden. Schon in der Klinik kann der Vater das Babyschreien aufnehmen und ein Spucktuch mitbringen. So hat Katz schon mal was zu hören und zu riechen. Zu Hause kann die Reaktion ganz unterschiedlich ausfallen. Viele Katzen mögen das Schreien und Strampeln nicht. Es ist ihnen nicht geheuer, und sie machen einen Bogen um das Baby. Wird die Katze eifersüchtig, kümmert euch bitte möglichst viel um sie. Beschmust und bespielt den Tiger, wenn das Baby euch Ruhe lässt. Wenn das Menschenbaby anfängt zu krabbeln, ist es doch wunderschön, dass statt einer tutenden Plastiklok ein Kätzchen zum Krabbeln animiert. Ihr werdet sehen, Katze und Baby sind sehr gut verträglich. Allerdings gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, insbesondere, wenn das Kind ins Krabbelalter kommt: · Futter: Klaut Baby mal vom Katzenteller, ist das kein Problem. Solange der Fressplatz sauber gehalten wird und kein altes Feuchtfutter rumsteht, besteht kein Grund zur Panik. · Katzenklo: Na ja, ein Sandkasten draußen wäre für das Baby besser. Aber von ein bisschen Buddeln in der Katzenkiste geht die Welt nicht unter. Haltet das Klo sauber, sammelt die Klumpen möglichst sofort raus, bevor es das Kind tut, und achtet darauf, dass Wurmbefall bei der Katze umgehend behandelt wird. · Kratzen: Gelegentliche Kratzer werden sich nicht vermeiden lassen. Meist sind die Katzen vorsichtig. Vermutlich haben auch Menschenbabys den Welpenbonus. Aber es kann mal passieren, dass ein Kind keine Ruhe gibt und die Katze sich wehren muss. Dann wird das Kind schnell begreifen, dass die Katze nicht am Schwanz gezogen werden will. 6.7 Spielen Die meisten Katzen spielen für ihr Leben gern. Mit sich selbst, mit ihren Leuten, mit anderen Tieren, mit Blättern, Papierkugeln, Lichtreflexen... Zu geeignetem Spielzeug siehe 2.4.4. 6.8 Seltsame Klo-Gewohnheiten Sie benutzt das Klo, pieselt aber über den Rand: Abhilfe schafft ein größeres Klo mit breiterem Rand oder ein Klo mit Haube. Sie scharrt die ganze Streu raus: Ein größeres Klo oder eines mit Haube könnte helfen. Evtl. eine andere Streu ausprobieren. Sie verscharrt ihr Häufchen nicht: Vielleicht hat sie's nie gelernt. Vielleicht zeigt sie damit aber auch: "Mein Revier, hier bin ich der King/die Queen, ich brauch mich nicht zu verstecken." Dann lässt sich an diesem Verhalten nichts ändern. Sie setzt den Kot im Klo ab, pieselt aber woanders hin: Organische Ursachen (z. B. Harnwegsentzündung) ausschließen. Zweites Klo aufstellen - manche Katzen möchten großes und kleines Geschäft trennen. Sie verlässt das Klo mit so viel Tempo und Schwung, dass sie die Streu sonstwohin trägt: Dieses Verhalten ist drtk-intern als PFEG (postfäkaler Erleichterungs-Galopp) bekannt und normal. Evtl. schwerere Streu verwenden. Ein Klo mit Haube könnte auch ein wenig gegen die großflächige Verteilung der Streu helfen. 6.9 Treteln mit den Vorderpfoten Katzenbabys treteln bei ihrer Mutter, um den Milchfluss anzuregen. Im Erwachsenenalter wird das gern beim Dosi gemacht und drückt Wohlbefinden aus. Ob, wann und wie intensiv getretelt wird, ist von Tier zu Tier völlig unterschiedlich. Neben den Milchtritt (treteln) haben manche Katzen die "Eigenart", stundenlang an etwas rumzunuckeln. Das kann z. B. der eigene Schwanz sein, ein pelziger Kollege, eine Hautfalte vom Dosi. Häufig deutet dieses Verhalten auf zu frühe Trennung von der Katzenmutter hin und ist einfach nur eine Macke. 6.10 Kratzen an der Schlafzimmertür Die meisten Katzen sind sehr menschenbezogen und suchen vor allem nachts die menschliche Nähe. Meine persönliche Empfehlung: Tür einfach auflassen und sich mit der pelzigen Gesellschaft im Schlafzimmer oder gar im Bett arrangieren :-). Wenn das nicht in Frage kommt, muss die Katze von Anfang an draußen bleiben und das Schlafzimmer für sie zur Tabuzone erklärt werden. Die Durchsetzung dieses Verbots kann etliche schlaflose Nächte kosten (evtl. auch für die Nachbarn in der Wohnung nebenan!), weil die Katze an der Schlafzimmertür kratzt und die ganze Nacht durchjammert. Trotzdem hilft nur ignorieren, nicht reagieren, nicht reinlassen, nicht irgendwie bestechen oder trösten, wenn sie wirklich nicht ins Schlafzimmer soll. Am besten lässt man sie dann auch tagsüber nicht hinein - Katzen nehmen gern die ganze Hand, wenn ihnen der kleine Finger geboten wird. Am besten spielt man die Katze abends richtig müde, damit sie nachts auch durchschläft. Das nützt jedoch bei kleinen Katzen nicht viel. Sie gewöhnen sich erst mit der Zeit an den Rhythmus des Dosis. Zusätzlich sollte man Alternativen zum kuscheligen Schlafen und zur Beschäftigung bieten. Das kann ein Fensterbrett mit interessantem Ausblick in den Morgenstunden sein oder ein wenig Spielzeug, das wahrscheinlich sowieso in der Wohnung verstreut herumliegt. 6.11 Sie bringt sich ständig in Gefahr Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Katze in der Waschmaschine. Die Katze selbst erkennt die Situation nicht als gefährlich, sie befriedigt nur ihre Neugier oder sucht einen ihr genehmen Schlafplatz. Deshalb sollte man darauf achten, dass entsprechende Gerätschaften immer geschlossen und vor in Betriebnahme auf kätzische Inhalte zu überprüfen sind. Darunter fallen: · Mikrowelle · Backofen · Geschirrspülmaschine · Waschmaschine · Wäschetrockner Weitere Tipps zur Entschärfung von Gefahrenquellen im Haushalt siehe 4.1: Unfällen vorbeugen. 6.12 Scharren vor dem Futternapf Wenn eine Katze vor dem Fressnapf scharrt, ist das der natürliche Instinkt, übrig gebliebenes Essen zu vergraben, 1. weil alles meins und wehe, es klaut ein anderer und 2. um es zu einem späteren Zeitpunkt bei Hungergefühl wieder auszuscharren und sich weiter dran zu laben... Manche Katzen "verscharren" so auch Futter, das sie nicht mögen. 6.13 Beißen beim Kraulen Normalerweise ist dies keine Bösartigkeit der Pelzgurke, sondern es handelt sich um den so genannten Liebesbiss. Wie der Milchtritt (Treteln) und das Nuckeln drückt es absolutes Wohlbefinden aus. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass die Katze damit zum Ausdruck bringen möchte: "Das waren jetzt genügend Streicheleinheiten, also nun geh bitte, und überlass mir das ganze Sofa." 7 Sonstiges 7.1 Bonsaikitten Regelmäßig tauchen Artikel auf, in denen sich eine besorgte Seele über die Webseite http://www.bonsaikitten.com/ aufregt. Auf dieser wird beschrieben, wie man mit Hilfe von Gläsern Katzen in bestimmte Formen bringen kann, vergleichbar mit der japanischen Bonsaikultur. Wer die Seiten tatsächlich durchliest, wird sehr schnell merken, dass es sich hierbei um eine Täuschung handelt. Die Bilder sind mit einem Grafikprogramm manipuliert worden, und der Text enthält einige Anmerkungen, die ihn sehr schnell als Fake entlarven. Ein interessanter Artikel dazu ist beim SPIEGEL Online nachzulesen (inzwischen kostenpflichtig, 0,50 EUR): http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,117190,00.html. Weitere Infos gibt es z. B. unter http://www.snopes2.com/inboxer/outrage/bonsai.htm 7.2 Hüpfender Braten Nicht viel seltener als die Bonsaikitten tauchen die "hüpfenden Braten" in drtk auf. Hierbei wird behauptet, dass chinesische Restaurants eine neue Spezialität anbieten wollen, bei der Katzenkinder lebendig gegrillt werden. Auch diese Nachricht ist schnell als Fake enttarnt: Abgesehen davon, dass der Verzehr von Katzen in Deutschland gesetzlich verboten ist, dürfte jedem schnell einleuchten, dass Fleisch, in dem ein gefüllter Darm, eine Harn- und eine Gallenblase enthalten ist, für den Menschen nicht genießbar ist. 7.3 Welcher Rasse gehört die Whiskas-Katze an? Die Katzen, die seit einiger Zeit in der Werbung und auf den Produkten von Whiskas zu sehen sind, sind silber-tabby-farbene Britisch-Kurzhaar. 7.4 Gibt es Schildpatt-Kater? Als Schildpatt bezeichnet man die Farben Rot und Schwarz, vermischt in sehr kleinen Flecken. Diese Farbe entsteht bei Weibchen, wenn die Eltern schwarz und rot sind, da bei den Katzen die Farbe Rot mit dem weiblichen Geschlechtschromosom X vererbt wird. Ein weibliches Wesen hat die Kombination XX, ein männliches XY. Erbt nun ein Katzenkind von einem Elternteil ein X mit der Farbe Rot (O für Orange = englische Bezeichnung) und vom anderen ein X ohne Farbe (o), ist es nicht nur weiblich, sondern auch schildpattfarben. Tragen beide X Rot, ist die Kätzin rot, sind beide X ohne Rot, ist sie schwarz (oder schwarzgetigert). Eine weitere vererbbare Eigenschaft, nämlich eine Verformung der Pigmentzellen im Haarschaft (von rund zu länglich) bewirkt, dass die Farbe der Haare heller aussieht. Ist dieses so genannte Verdünnungsgen vorhanden, verändert sich Schwarz zu Blau (grauer Farbton, wie die Sheba-Katze) und Rot zu Creme, Schildpatt zu Blaucreme. Alle diese Farben sind auch mit Tabbyzeichnung möglich. Es gibt noch weitere Farben wie z. B. Chocolate oder Cinnamon (sie gehören zur Gruppe "Schwarz"), die aber hauptsächlich bei Rassekatzen herausgezüchtet wurden und bei Hauskatzen nur sehr selten zu sehen sind. Natürlich sind alle diese Farben auch in der Kombination mit Weiß möglich (die "Glückskatze" ist Schildpatt auf Weiß). Ganz selten kommt es vor, dass ein Kater einen Chromosomenfehler hat (nicht XY, sondern XXY, Klinefelter-Syndrom), wodurch er durchaus Schildpatt oder Schildpatt auf Weiß (bzw. in Verdünnung, siehe oben) sein kann. Solche Kater sind zwar genauso gesund und munter wie andere, aber unfruchtbar. Eine weitere Möglichkeit ist das so genannte Mosaik, d. h. er hat neben normalen Zellen (XY) auch abnormale (XXY). Dann ist ein Teil seiner Spermien fruchtbar. Die dritte Möglichkeit ist die Verschmelzung von zwei befruchteten Eizellen (Chimäre). Wenn sie unterschiedliche Farbanlagen haben, ist ein daraus entstehender Kater schildpatt. Auch solche Kater sind fruchtbar. 7.5 Was ist eine EBM? European Black Magic - nur bei drtk'lern anzutreffende Abart der Gemeinen Feld-Wald-Wiesenkatze, im Impfpass meistens als EKH (Europäisch Kurzhaar) bezeichnet. Diese besondere Rasse wurde als solche enttarnt am 25. Mai 2002 von Marco Grau (MID <acpr1f$e9n$1@epsilon.on-luebeck.de>). Besondere Kennzeichen: schwarz mit oder ohne kleinere weiße Stellen oder einzelne weiße Härchen; schwarze, seltener schwarz-weiße oder - ganz selten - reinweiße Tasthaare; sehr fotogen, aber äußerst schwer zu fotografieren. Im Grunde also einfach schwarze Katzen, wenn es da nicht einen ganz entscheidenden Unterschied gäbe, den Johannes Moeckel entdeckte: "Schwarze Katzen, die von anderen schwarzen Katzen nicht zu unterscheiden sind, unterscheiden sich von gewöhnlichen schwarzen Hauskatzen dadurch, dass man gewöhnliche schwarze Hauskatzen unterscheiden kann. Lassen sich schwarze Katzen von anderen schwarzen Katzen nicht unterscheiden, dann gehören all diese zur Rasse EBM." Trotz dieser Unterscheidungsprobleme und der Schwierigkeiten beim Fotografieren gibt es Fotos von EBM im Internet: http://www.catmix.de => EBM. 8 Literatur Hier stellen wir einige Titel vor, die uns und vielen anderen Katzenhaltern Rat und Hilfestellung gegeben haben. Keines dieser Bücher ist in der Lage, alle Fragen zu beantworten. Vor allem im Bereich Gesundheit möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass auch das beste Buch den TA nicht ersetzen kann. Einige dieser Bücher sind im Buchhandel leider nicht mehr erhältlich. Unter Umständen findet ihr sie aber in der nächstgelegenen Bibliothek, die je nach Größe der Stadt recht gut sortiert sein kann. 8.1 Sachliteratur 8.1.1 Allgemeine Ratgeber, Erziehung und Pflege · Behrend, Katrin: Katzen Gräfe u. Unzer 1990 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-7742-1259-7 Katzenanschaffung, Katzenbedarf, Katzenverhalten und Katzenpflege: erste Ratschläge für den Katzenfreund. Mit einem Kapitel über Katzenrassen. · Behrend, Katrin: Wohnungskatzen Gräfe u. Unzer 1998, 7,50 EUR ISBN 3-7742-3701-8 Gibt praktische Tipps für Ernährung, Pflege und Gesunderhaltung sowie für die Einrichtung einer katzengerechten Wohnung. · Colditz, Gabriele: Hund und Katze unter einem Dach Oertel + Spörer 1995, 17,90 EUR ISBN 3-88627-147-1 Die relevanten Fragen der gemeinsamen Haltung und der vermittelnden Rolle des Menschen werden aufgegriffen, mit praktischen Ratschlägen für alltägliche Situationen. Dabei wird auf Abstammung, Haltung, medizinische Versorgung von Hund und Katze eingegangen - immer vergleichend, gegenüberstellend. · Everycat - Die Katze Interbook-Verl.-Ges. 1987 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-936537-02-7 Sehr informationshaltiges, dabei attraktiv aufgemachtes Katzenbuch (allerdings ohne Farbfotos). Die Verfasser, selbst TÄ, wollen dem Katzenhalter die Fragen beantworten, für die der TA in der Praxis keine Zeit hat. So bietet das Buch auch gute allgemeine Ratschläge zur Katzenhaltung, vor allem ist es aber ein äußerst umfassendes Nachschlagewerk über alle potentiellen Gesundheitsprobleme der Katze. · Fogle, Bruce: Katzen - die beliebtesten Rassen Dorling Kindersley 2000, 10,50 EUR ISBN 3-8310-0019-0 Kurz gefasster Überblick über die wichtigsten Katzenrassen. Systematische Gliederung, Register. Zahlreiche Fotos in der typischen Dorling-Kindersley-Aufmachung. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Katze und Kind Müller-Rüschlikon 2001, 7,95 EUR ISBN 3-275-01373-4 Ratgeber für ein harmonisches Miteinander von Kind und Katze. Was zu beachten ist, wenn eine Katze bereits im Haushalt lebt und ein Baby gewünscht wird. Tipps zu Hygiene und Eifersucht. Warum Katzen Kinder glücklich machen, warum sie auch behinderten Kindern gut tun und was Eltern von Katzen lernen können. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Rassekatzen kaufen mit Verstand Müller-Rüschlikon 2000, 22,00 EUR ISBN 3-275-01330-0 Welche Katzenrasse passt zu mir? Wie finde ich einen seriösen Züchter? Über die Wichtigkeit und Bedeutung von Kaufverträgen, Stammbäumen und Ausstellungen. Mit Erfahrungsberichten aus der langjährigen Zuchttätigkeit der Autorin. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Unsere Katze bekommt Junge Müller-Rüschlikon 2001, 7,95 EUR ISBN 3-275-01390-4 Behandelt die Themen Geschlechtsreife, Voraussetzungen zur Zucht, Zuchtplanung, Trächtigkeit und Geburt, Aufzucht der Jungen, Formalitäten. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Unsere Katze zieht ein Müller-Rüschlikon 2000, 7,95 EUR ISBN 3-275-01359-9 Was vor dem Einzug der Katze zu besorgen ist und was zu beachten ist, wenn die Katze ins Haus kommt. Gibt Tipps zum täglichen Umgang mit der Katze, zu Anfangsproblemen und informiert über Ernährung und Gesunderhaltung. Erstinformation. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Wir wollen eine Katze Müller-Rüschlikon 2000, 7,95 EUR ISBN 3-275-01358-0 Eine Fülle von Tipps und Hilfestellungen zur Anschaffung und Haltung einer Hauskatze: Alter, Rasse, Formalitäten, Herkunft, Zusammenleben. 8.1.2 Gesundheit und Ernährung · Brixner, Saskia: Meine Katze wird älter Naturbuch-Verl. 1996 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-89440-218-0 Tipps zu Alterskrankheiten und Ernährung. Was kann ich der alten Katze zumuten? Eine alte Katze zieht ein. Abschied von der Katze. Sehr informativ und umfassend. · Ernährung von Hund und Katze / hrsg. von Linda P. Case... Schattauer 1999, 25,95 EUR ISBN 3-7945-2021-1 · Everycat - Die Katze Interbook-Verl.-Ges. 1987 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-936537-02-7 Besprechung siehe 8.1.1 · Fogle, Bruce: Die kleine Hausapotheke für die Katze Heyne 1998, 7,62 EUR ISBN 3-453-14070-2 Ratgeber zur Ersten Hilfe bei Krankheiten und/oder Verletzungen der Katze. · Hartmann, Michael/Steidl, Thomas: Patient Katze Oertel + Spörer 2001, 24,90 EUR ISBN 3-88627-239-7 Sehr aktuell, sehr umfassend, in kurzen, leicht verständlichen Sätzen, auch für Laien geeignet. · Horzinek, Marian C./Schmidt, Vera/Lutz, Hans: Handbuch der Katzenkrankheiten 3., völlig neu bearbeitete Auflage Ende 2003 ISBN 3830410034 · Kraft, Wilfried/Dürr, Ulrich M.: Katzenkrankheiten 5., überarb. und erw. Aufl. Schaper 2003 ISBN 3-7944-0199-9 · Möller, Claudia: Katzen auf natürliche Weise heilen Falken 1998 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-8068-7314-3 Die TÄ stellt verschiedene naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten bei Katzenkrankheiten vor. · Quinten, Doris: Gesundheits-Ratgeber Katzen BLV 1998, 9,95 EUR ISBN 3-405-15294-1 Die häufigsten Krankheiten: Ursache, Ansteckung, Verlauf, tierärztliche Behandlung, häusliche Pflege, Vorbeugung, Selbstbehandlung leichter Erkrankungen durch Methoden der Naturheilkunde. Sehr übersichtlich, nach Krankheitsfeldern systematisch geordnet, die Kapitel farblich abgesetzt, mit Farb- fotos, Tabellen und Register versehen, leicht verständlich, verbindet der tierärztlich kompetente Ratgeber klassische Veterinärmedizin mit naturheilkundlichen Hinweisen. · Schmidt, Vera/Horzinek, Marian Chr.: Handbuch der Katzenkrankheiten (2 Bde) Enke 1997 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-432-28212-5 · Sistonen-Schasche, Elina: Leckeres für Katzenzungen Gräfe u. Unzer 1999 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-7742-3046-3 ABC der Katzenernährung, Rezepte, Problemfälle bei der Ernährung. · Teichmann, Peter: ABC der Katzenkrankheiten Neumann-Neudamm 1989 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-7888-0563-3 In lexikalischer Form nach Stichworten geordnet werden die häufigsten Infektions- und Organerkrankungen sowie Verletzungen der Katze beschrieben, einschließlich Ernährung, Pflege und Fortpflanzung. Trotz fehlender Aktualität bzgl. bestimmter Infektionserkrankungen ein wertvoller Ratgeber. · Waniorek, Linda: Erste Hilfe für Katzen Müller Rüschlikon 1997, 16,00 EUR ISBN 3-275-01246-0 Die wichtigsten Maßnahmen für die Erstversorgung häufiger Verletzungen, Vergiftungen und Erkrankungen. · Wenzel, Harald: Richtige Katzenernährung Falken 2000, 7,16 EUR ISBN 3-8068-2627-7 Grundrezepte, die dem Katzenhalter sinnvolle Anhaltspunkte liefern, z. B. über die Ernährung in besonderen Fällen (kranke, alte oder junge Tiere), Vor- und Nachteile von Fertigfutter oder selbst zubereiteter Nahrung. 8.1.3 Verhalten und Psychologie · Askew, Henry R.: Behandlung von Verhaltensproblemen bei Hund und Katze Blackwell Wissensch. 1997, 44,95 EUR ISBN 3-8263-3138-9 · Fogle, Bruce: Katzen kennen und verstehen BLV 2001, 9,95 EUR ISBN 3-405-16249-1 Anhand von ausdrucksstarken Farbfotos werden Mimik, Körpersprache und Verhalten der Hauskatze detailliert in sechs Kapiteln dargestellt: Katzen verstehen, Umgang mit Katzen, Gründung einer Familie, das heranwachsende Kätzchen, die erwachsene Katze, die Zähmung der Katze. Sehr empfohlen für Anfänger wie auch für fortgeschrittene Katzenhalter. · Jansen-Nöllenburg, Sabine: Wie Katzen mit uns reden Müller-Rüschlikon 2001, 7,95 EUR ISBN 3-275-01374-2 Ratgeber zur Kommunikation mit Katzen, der zu einem besseren Verständnis von Mensch und Tier beitragen will. Behandelt sowohl lautliche Äußerungen als auch die Körpersprache. Besonders interessant: Besonderheiten der Kommunikation mit tauben, blinden oder schwanzlosen Katzen. · Johnson, Pam: Katzenpsychologie Franckh-Kosmos 1999, 16,90 EUR ISBN 3-440-07507-9 Ratgeber der amerikanischen Katzenpsychologin zu typischen Verhaltensmustern und ihren Ursachen. Mit Tipps für das Vorgehen gegen bestimmtes Fehlverhalten der Katze. · Lauer, Isabella: Katzenprobleme - Problemkatzen Müller-Rüschlikon 1998, 16,00 EUR ISBN 3-275-01260-6 Ursachenforschung ist bei Verhaltensänderungen der Katze der wichtigste Schritt. Neben therapeutischen Mitteln wie z. B. Tellington-Touch auch praktische Tipps wie z. B.: Wo sollte der Kratzbaum stehen, damit Katz ihn annimmt. · Leyhausen, Paul: Katzen - eine Verhaltenskunde Parey 1982, 19,95 EUR ISBN 3-8263-2766-7 Standardwerk des Katzenforschers, der sich über 40 Jahre lang mit dem Verhalten von Katzen auseinandergesetzt hat. Im Mittelpunkt steht das Verhalten der Hauskatze. Vergleichende Beobachtungen an anderen Katzenarten werden einbezogen. Eher ein Fachbuch, aber ein absoluter Klassiker. · Leyhausen, Paul: Katzenseele - Wesen und Sozialverhalten Kosmos 2005, 9,95 EUR ISBN 3-440-09864-8 Darstellung des Verhaltens der Katzen untereinander und dem Menschen gegenüber. Auf dieser Grundlage werden wertvolle Tipps und Hinweise für den Umgang mit dem Haustier Katze gegeben. Fundiert, aber leichter lesbar als "Katzen - eine Verhaltenskunde". · Morris, Desmond: Catwatching Heyne 2000, 10,95 EUR ISBN 3-453-17259-0 Ratgeber des bekannten Verhaltensforschers über das Verhalten von Katzen in Form von Antworten auf häufige Fragen. · Schroll, Sabine: Miez, Miez - na komm! Videel 2001, 10,20 EUR ISBN 3-89906-107-1 Umfassender und kompetenter Ratgeber zu allen Fragen der Katzenhaltung. Schwerpunkte Verhalten, Gesundheitsvorsorge und Erziehung. Die Autorin ist TÄ in Österreich. · Sistonen, Elina: Meine Katze macht, was sie will Gräfe u. Unzer 2000, 7,50 EUR ISBN 3-7742-1887-0 Darstellung typischer Verhaltensweisen, Erziehungstipps und Lösungsvorschläge zu konkreten Verhaltensproblemen ergeben einen praxisnahen und einfühlsamen Ratgeber. · Turner, Dennis C.: Das sind Katzen - Informationen für eine verständnisvolle Partnerschaft Müller-Rüschlikon 1989 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-275-00952-4 Eine wahre Fundgrube voller interessanter Fakten und Ratschläge, die es dem Katzenhalter ermöglichen, das Zusammenleben mit der Katze optimal zu gestalten. · Turner, Dennis C.: Katzen lieben und verstehen Franckh-Kosmos 1996 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-440-07160-X Der Schweizer Tierpsychologe beantwortet Fragen rund um das Leben mit einer Katze. Kein Fachbuch, sondern ein leicht verständlicher, praxisnaher Ratgeber, auch für Jugendliche geeignet. 8.2 Belletristik Fast jeder Katzenfreund wird schon einmal den Namen Francis gehört haben, der in Akif Pirinçcis "Felidae" die Hauptrolle spielt. Doch Francis ist nicht der einzige kätzische Hauptakteur in der Belletristik, es gibt zahllose Autoren, die ihrer Liebe zu Katzen in der so genannten ßchönen LiteraturÄusdruck geben. Hier alle aufzählen zu wollen würde zu weit führen. Daher möchten wir euch auf die Seiten von Christel Wysocki aufmerksam machen, die eine umfassende Liste zum Thema "Katzen in der Belletristik" ins Web gestellt hat: http://www.christelw.de/katzen/literatur/ 8.3 Bildbände · Brauchitsch, Helga von: Eigenwillige Persönlichkeiten Artcolor/Eggenkamp 1990, 8,80 EUR ISBN 3-89743-029-0 · Gruber, Terry DeRoy: Beruf: Katze Ellert & Richter 1985 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-922294-68-5 · Ohlbaum, Isolde: Katzen Bertelsmann 1997 (momentan nicht lieferbar) ISBN 3-570-00123-7 · Silvester, Hans W.: Alle Katzen Knesebeck 2000, 24,90 EUR ISBN 3-89660-079-6 · Silvester, Hans W.: Katzenkinder Ellert & Richter 1999, 19,90 EUR ISBN 3-89234-885-5 9 Glossar ATK Alternative Tierklinik (Der Begriff ist hervorgegangen aus einem Nonsens-Thread, beginnend mit <3BC62915.432ED140@odo.in-berlin.de>) bpt Bundesverband praktizierender Tierärzte CNI Chronische Niereninsuffizienz Dosi Dosenöffner, also Mensch, der für die Katze sorgt FeLV Felines Leukämie Virus (Katzenleukose) FIP Feline infektiöse Peritonitis (Bauchfellentzündung) FIV Felines Immunschwäche Virus (Katzenaids) FUS Felines Urologisches Syndrom (Harnwegserkrankung) GOT Gebührenordnung für Tierärzte MID Message-ID, einzigartige Nummer eines Usenet-Artikels Nafu Nassfutter PFEG Postfäkaler Erleichterungsgalopp PKD Polycystic Kidney Disease (Nierenkrankheit) TA/TÄ Tierarzt/Tierärztin TH Tierheim THP Tierheilpraktiker Trofu Trockenfutter