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Subject: de.rec.fahrrad FAQ part 2

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Version: 1.0 Last-modified: 1996/02/06 Archive-name: de-rec-fahrrad-faq/part2
A.4 Verschiedene Fahrradtypen ************************* A4.1 Stadträder ========== Eigenschaften: wendig, nicht zu schwer, häufig Nabenschaltung mit 3/5/7 Gängen, mehr oder weniger zum Fahrer gebogener Lenker für relativ aufrechtes Fahren (Übersicht), robuste breite Felgen für die heißgeliebten Bordsteinkanten (und den Komfort), tragfähiger Gepäckträger hinten für den gelegentlichen Kasten Wasser, je nach Sportlichkeit des Fahrers lieber ein Rad mit tiefem Einstieg (ie Damen- oder Mixedrahmen), um häufiges Auf- und Absteigen zu erleichtern, je Kettenschutz, desto besser, dito Mantelschutz, wehrhafte Schlösser, Anhängerkupplung und Anhänger. spezielle Vertreter: o echtes Hollandrad o City-Bike A4.2 Reiseräder ========== relativ langer Radstand, Gepäckträger vorne und hinten, speziell vorne auch low-rider (abgesenkte Gepäcktaschenbefestigungsgelegenheiten :-), ca 21 wohlverteilte Gänge (3 Kettenblätter vorn und 7 Ritzel hinten), Cantileverbremsen, Randonneurlenker, eher schräges Sitzrohr, robuster Rahmen (Stahl oder Chrom-Molybdänstahl) Bereifung 23-622, 25-622, 28-622, 32-622, 37-622, je nach Zielgebiet. Gewicht je nach Rahmenhöhe um die 14-18kg. A4.3 Rennräder ========= leicht und sprintfreudig, feinstabgestufte 'schnelle' Gänge, schmale 27" Reifen, für Rennen auf die Felge geklebte Schlauchreifen; Bereifung 18-622, 20-622, 23-622, vielleicht bis 25-622 ? extrem kurzer Hinterbau, keine: Schutzbleche, Gepäckträger, Werkzeugtasche, Reflektoren, Lichtanlage (unter 11kg tagsüber legal), oder sonstige Gewichtsfaktoren. Rahmen aus allem, was wenig wiegt und trotzdem stabil ist: CrMo-Stahl, Alu, Titan, Karbonverbundwerkstoffe (Platin wiegt zuviel ;-) Gewicht 8-10kg Folgende Informationen stammen von Thomas Driemeyer (thomas@bitrot.in-berlin.de): Schlauchreifen scheinen auszusterben. Zu viel Aufwand für Reparaturen, und es gibt inzwischen genug gute Hochdruckreifen. Ich rate dringend von 27" (und Auto-Ventilen, zumindest bei Rennrädern) ab. Für 700mm und Presta-Ventile (französisch, zum Aufschrauben) kriegt man bessere Qualität und mehr Auswahl an Felgen und Mänteln. Ich bevorzuge Mavic MA2- oder (billige) Campa-Delta-Felgen und 700x20-Hochdruckmäntel von Continental. Finger weg von superleichten 65g-Schläuchen, die kriegen bei jedem Aufsetzen Schlangenbiß-Löcher (zwei parallele Schlitze). Kevlarstreifen verhindern Löcher durch Glas, Nägel und Dornen, aber sie müssen breit genug sein und nicht nur die Lauffläche selber schützen. Überigens, Schläuche vor dem Einbau mit Talkum einreiben. (Das gilt alles für den Alltagsbetrieb, Rennfahrer haben andere Anforderungen.) Vielleicht sollte man auch erwähnen, daß man bei Kettenschaltungen Freiläufe unbedingt vermeiden sollte und nur Kassetten fahren sollte. "Freiläufe" werden auf die Hinterradnabe aufgeschraubt, "Kassetten" werden aufgesteckt. Der Unterschied besteht in der Anordnung der Lager: Bei der Freilaufnabe ist das rechte Lager weit vom Ausfallende entfernt, d.h. in der Mitte der Achse treten große Kräfte auf, die die Achse verbiegen oder brechen können. Man kann mit einer verbogenen oder gebrochenen Achse ohne weiteres fahren, aber das hält der Rahmen nicht lange durch. Der Rahmen bricht dann nach kurzer Zeit unten am rechten Ausfallende. Rennradübersetzungen sind feiner abgestuft als Sportradübersetzungen, damit man bei jeder Geschwindigkeit mit der optimalen Trittfrequenz fahren kann. Die optimale Trittfrequenz liegt zwischen 80 und 110 upm. Heute sind zwei Kettenblätter vorne üblich (42/52), ein Drittes hilft beim Klettern (ein steifer Rahmen hilft beim Klettern aber mehr als ein drittes Kettenblatt). Hinten sollte man 8 Ritzel haben. Fünfer und Sechser sind tot, Siebener sterben aus. Es gibt vier Pedaltypen: o normale Gummi- oder Stahlrahmenpedale. Nicht zu empfehlen, das ist was für Sporträder. o das gleiche mit einem Clip; einem Bügel, der vorne über den Fuß führt und dessen oberes Ende einen Riemen um den Fuß hält. Plastikclips sind besser als Stahl, zwei obere Enden geben mehr halt beim Einsteigen als eins. Man kann mit diesen Clips die Pedale nicht nur heruntertreten, sondern auch hochziehen. o Pedale mit Clip, die hinten eine senkrechte Platte haben. Man kann sie nur mit Schuhen benutzen, die einen Schlitz in der Sohle haben. Der Schlitz erlaubt runderes Treten, weil man während der ganzen Pedalumdrehung Kraft ausüben kann. o Rastende Pedale. Optimal für rundes Treten, weil man nicht versehentlich ausrasten kann (das kann schmerzhaft sein), ohne einen Riemen festziehen zu müssen. Man kommt auch leichter raus, durch Drehen des Fußes. Man muß sich allerdings dran gewöhnen. Es gibt zwei Typen: Shimano SPD (man kann mit SPD-Schuhen laufen), und diverse Time/Look-Versionen (man kann nicht laufen, aus der Schuhsohle ragt eine Platte heraus). A4.4 Liegeräder ========== Zu Liegerädern gibt es eine eigene FAQ, die von Bernhard Graf <b.graf@ambo.berlinet.in-berlin.de> herausgegeben wird. Deswegen hier nur eine relativ kurze Beschreibung. Es gibt kurze und lange Liegeräder. Bei den Langen befindet sich das Tretlager hinter dem Vorderrad, bei den Kurzen ist es umgekehrt. Lange Liegeräder Sie haben einen bedeutend größeren Radstand als gewöhnliche Räder. Es gibt sie mit direkter und indirekter Lenkung. Die direkte Lenkung erfolgt über einen chopperartigen Lenker zwischen den Beinen. Bei der indirekten Lenkung werden die Lenkausschläge von einem Lenker unter dem Sitz durch eine Stange auf das Vorderrad übertragen. Diese Lenkart ist etwas ungewohnt, aber bis jetzt hat sie noch jeder schnell gelernt. Ihr Vorteil ist die völlige Entlastung der Hand-, Arm- und Schultergelenke. Durch den tiefen Schwerpunkt und den langen Radstand haben alle langen Liegeräder eine sichere Straßenlage, einen guten Geradeauslauf und ein hervorragendes Bremsverhalten. Allerdings ist der Wendekreis auch entsprechend größer. Ihr hauptsächlicher Einsatzzweck sind Touren auf Straßen. Hersteller/Vertrieb: o Radius o Pichler o Voss o Mende o Radnabel Kurze Liegeräder Sie sind aufgrund des kurzen Radstandes und der hohen Lage der Füße sehr wendig und windschlüpfrig, aber auch schwer zu fahren. Der Kopf befindet sich nur knapp über der Schwerpunktslinie, was unser Balancegefühl beeinträchtigt. Anfahren ist deshalb nur in leichten Gängen möglich. Die Lenkung gibt es wie beim langen Bruder direkt oder indirekt. Durch eine mögliche Kollision von Lenker und Schalensitz oder den Beinen des Fahrers, ist der Lenkeinschlag allerdings begrenzt. Damit verbunden ist übrigends auch der Kontakt der Ferse mit dem Vorderrad, wenn es in Kurven zur Sache geht. Hersteller/Vertrieb: o Pichler (Flevobike) o Flux (Flux) o Veloladen (Aeroproject) o Radius A4.5 Falträder ========= Falträder sind als Handgepäck in Flugzeugen und ICs erlaubt. Sie lassen sich in kurzer Zeit auf die Größe eines 26" Rades oder weniger zusammenfalten. Typen: o Brompton o Moulton A4.6 Lastenräder =========== Lastenräder haben einen stabilen, verstärkten Rahmen und eine, oder mehrere breite Lastenflächen. Diese sind vorzugsweise vor dem Sitz angebracht, so daß sich immer im Blickfeld befinden. Manche Lastenräder sehen wie die Posträder aus, manche mehr wie lange Liegeräder aufgrund ihrer indirekten Lenkung und der Lastfläche zwischen Hinter- und Vorderrad. Typen: o Bäckerrad o Long John o Little John Bezugsquelle: SCO Deutschland Smith&Co. Gmbh Ottensener Str. 2-4 2000 Hamburg 54 Telefon 040/5407244 Fax 040/5407739 A4.7 Mountainbikes ============= Von Frank Heydlauf, <heydlauf@yeti.faveve.uni-stuttgart.de> Unter einem Mountainbike, kurz MTB versteht man ein (mehr oder weniger) geländegängiges Fahrrad mit breiten 26" (559mm) Rädern. Reifen meist mit grobem Profil, Breite von 1,7" bis ca. 2.2". Lenker gerade, evtl. mit Hörnchen. Starke Bremsen und viele Gänge. Gewicht von 9 bis 25 kg. Mit 28" Rädern werden solche Fahrräder üblicherweise als All Terrain Bike (kurz ATB) bezeichnet. Für welchen Zweck brauche ich ein MTB? ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 1. Wettbewerbseinsatz bei MTB-Rennen 2. Training für MTB-Rennen 3. Touren in Extremgelände (Afrika, Alaska, Alpen, ...). Alternative: Tourenrad 4. als Stadtrad (bei geeigneter Ausstattung gibt's nichts besseres, um Bordsteine rauf und runter zu donnern; gute Bremsen für Notbremsung; gute Übersetzung zum Anhänger ziehen) 5. Just for fun (kleine Touren, leichtes Gelände, ...). Alternative: ATB 6. Konditionstraining: auch mit 3-Gang Rad, Hollandrad oder Rennrad problemlos möglich - macht aber weniger Spaß (Ansichtssache) 7. Prestigeobjekt zum angeben: dazu einige wichtige Verhaltensregeln: sau teures Bike (Nobelmarke, z.B. Porsche Bike Spider für ca. 13000DM) kaufen, Papageienanzug anziehen, Porsche-Brille aufsetzen, nie schneller als Schrittempo fahren, nie schneller als mit 50 U/min in die Pedale treten, lieber absteigen als schwitzen, keine Wirtschaft am Weg auslassen, beim Fahren ab und zu eine rauchen, ... ;-) Was kostet ein MTB? +++++++++++++++++++ Preisklasse: 300 ....1000.....1500.....2000.....2500.....3000......12000..? max. mögl.: Schrott erträglich gut sehr gut Einsatz: <-----Stadtverkehr-----> <--- Protzerei --- <---Tour Extrem---> <---Training--><-Wettbewerb--- Ab ca. 3000.- ist keine wesentliche Qualitätssteigerung mehr möglich. Alles was mehr kostet ist Prestige oder extremer Leichtbau (Carbon, Titanal, Titan) Warum sind die Preisunterschiede zwischen verschiedenen MTB's so groß? ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Es gibt sehr große Qualitätsunterschiede in Komponenten und Fertigung, dazu kommen teilweise exclusive Materialien wie Titanal (Alu-Legierung mit einer Spur Titan), Titan und Carbon-Faser-Kunststoff. Für einen guten Namen muß man auch bei Fahrrädern einiges zahlen. Ist es sinnvoll für mich, ein MTB zu kaufen, wenn ich vor allem in der Stadt ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ fahre? ++++++ Es gibt kaum ein Fahrrad, das für die Stadt besser geeignet ist als ein entsprechend ausgerüstetes MTB. Das heißt: Lichtanlage mit Halogenscheinwerfer und Standlicht, Reflektoren, Schutzbleche, u.U. Rückspiegel. Durch die breiten Reifen kann man relativ problemlos über Schlaglöcher, Dohlen, Bordsteine u.ä. fahren. Zudem kann man den Gepäckträger ordentlich belasten, ohne daß es zu einem Durchschlag kommt. Für Notbremsungen stehen gute Bremsen zur Verfügung. Die große Übersetzung sorgt dafür, daß sich auch schwere Anhänger gut bewegen lassen. Auf was muß ich beim Kauf besonders achten? +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Rahmenmaterial Sinnvoll ist v.a. Cro-Mo (relativ leicht und stabil). Beim Kauf darauf achten, daß nicht nur ein oder zwei Rohre aus Cro-Mo bestehen, sondern der ganze Rahmen. Alu-Legierungen sind mit Vorsicht zu genießen, billige Legierungen werden beim Fahren schnell weichgeknetet. Gute Alu-Rahmen sind meist erst an Rädern in der Preisklasse ab 2000.- zu finden. Oft sind Alu-Rahmen "Oversized" (mit besonders dicken Rohren). Dann kann es vorkommen, daß es gleich schwer ist, wie ein gutes Cro-Mo Rad. Ausfallenden (Das sind die geschlitzten Teile am Rahmen, in denen die Achsen sitzen) Auf eingelötete, breite Ausfallenden achten. Rahmen, bei denen die Ausfallenden nur aus gequetschten Rohren bestehen sind minderwertig und meist nicht haltbar. Gewicht Es gibt MTB's ab ca. 9kg (ohne Irgendwas) die aber, was man so liest, nicht allzu stabil sind -> nicht für Sprünge oder Trans - Afrika Touren geeignet. Vernünftige "Rohgewichte" für den Alltagsradler liegen etwa bei 12-14 kg. Laufräder Die Naben sollten (zumindest für Geländebetrieb und Allwetterbetrieb) wasserdicht gekapselt sein. Hohlkammerfelgen sind stabiler als Profilflegen; Hochwertige Felgen haben meist Ösen an den Speichenlöchern. Schalthebel Bei vielen neuen Schaltungen sind die Schalthebel mit den Bremshebeln in einer Einheit zusammengefaßt und nennt sich dann "Rapidfire" oder "X-Preß". Diese Brems-/Schalthebel Kombinationen haben den Nachteil daß, wenn z.B. der Bremshebel bricht (Sturz), die ganze Einheit ausgewechselt werden muß. Da es Brems- und Schalthebel nur Paarweise gibt, sind da locker 200.- fällig (Shimano Deore XT). Zum Vergleich: Ein Paar Daumenschalthebel (Shimano Deore XT) sind für ca. 85.- erhältlich, ein Paar einzelne Bremshebel (Shimano Deore XT) für ca. 65 DM. Zudem haben Daumenschalthebel einige andere Vorteile: Sie sind auch mit Handschuhen gut bedienbar, die Rasterung ist abschaltbar (wichtig bei Defekt) und es lassen sich auf einen Schlag alle Gänge überspringen. Außer Daumenschalthebeln und Rapidfire/X-Preß Systemen gibt es noch Drehgriffschaltungen,bei denen der Gang durch Drehen des Handgriffs gewechselt wird. Es schalte jeder wie er mag. Bessere Schalthebel haben eine Justierschraube, mit der sich die Schaltung auch während des Fahrens zu trimmen läßt (besonders bei Rapidfire & Co wichtig, da nicht auf Reibbetrieb umschaltbar). Bremsen Bremshebel gibt es als 2- und 4-Finger Ausführung. Hebel aus Alu sind haltbarer, leichter und verwindungssteifer als Plastik ummantelte Stahlbleche. Bei den Bremsen selbst gibt es unterschiedliche Bauarten: Cantilever-Bremsen, U-Brake, Hydraulisch betätigte Felgenbremse (Magura), Trommel-Bremse, Scheiben-Bremsen. Am haufigsten wird die Cantilever-Bremse eingesetzt. Darauf achten, daß die Bremse nicht aus einem Plastikummantelten Eisenblech, sondern aus Alu (oder Titan,...) besteht. Antrieb Moderne MTB's haben maximal 24, üblicherweise aber 21 Gänge von denen ca. 15 fahrbar sind. 15 und 18 Gänge sind nur noch an billigen Kaufhaus-MTB's zu finden. Von verschiedenen Herstellern gibt es Schaltungsgruppen mit extra kleinen Kettenblättern und Ritzeln (Suntour, Campagnolo). Vorteile: leichter, größere Bodenfreiheit. Nachteile: schnellere Abnutzung, schlechtere Abstufung der Gänge. Das mittlere Kettenblatt des Campagnolo-Antriebs ist aus Stahl -> längere Lebensdauer. Wie alle Lager sollten die Tretlager Wasserdicht gekapselt sein. Übersetzung Für große Steigungen sind Übersetzungsverhältnisse von ca. 28:32 (0,87) oder 28:30 (0.93) durchaus sinnvoll. Ein Verhältnis von 30:28 (1,07) kann schon zu groß sein. Eine Übliche Kombination ist z.B. vorne 28-38-48 und hinten 13 bis 30. Gibt es einen speziellen Reifen, wenn ich in (Stadt/Gelände/Stadt+Gelände) ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ fahre? ++++++ Die extra grobstolligen Reifen sind nur für echten Geländebetrieb sinnvoll. Im Alltagsbetrieb ist der Rollwiderstand zu groß. Für normalen "Mischbetrieb" Straße-Gelände sind Reifen mit einem durchgehenden Mittelsteg und seitlich starker Profilierung sinnvoll (z.B. Wolber Integral oder Specialized Crossroads II). Für Fahrten auf Straßen, Feldund Waldwegen ist z.B. der Continental Town + Country gut geeignet. Für vorwiegend Straße und leichtes Gelände sind aber auch Semisliks (nur am Rand Profil) gut geeignet. Weiter sind Sliks (profillos, gut bei trockener Straße), und Spikesreifen erhältlich. Welches Zubehör ist sinnvoll? +++++++++++++++++++++++++++++ Als wichtigstes Zubehör werden oft Lenkerhörnchen genannt (mehr Griffpositionen). Unerläßlich (für längere Fahrten) sind dagegen Flaschenhalter. Weiterhin sind Pedalhaken oder Systempedale sinnvoll, da Kraftausnutzung und Kontrolle über das Rad verbessert werden. Wer wissen will, wie weit oder wie schnell er fährt, sollte sich einen elektronischen Tacho kaufen. Die Preise liegen zwischen ca. 40.- (Tages km, Jahres km, Geschwindigkeit) und über 200.- (mit Drahtloser Herzfrequenz-Messung, Höhenmesser, ...). Tourenfahrer benötigen Gepäckträger und Low-Rider. Sie bevorzugen oft Ledersättel, die jedoch ca. 1000km eingefahren werden müssen und zudem gerne geklaut werden. Gel-Sättel sind auch bequem, aber billiger. Superleichte Kohlefaser Sättel halte ich nicht für sinnvoll, da unbequem hart. Wer sein Rad abstellt (zum Einkaufen/am Bahnhof/...) sollte ein gutes Schloß kaufen. Je nach Einsatzzweck sind Schutzbleche, Licht, Glocke, Anhänger, Gepäckträger, ... nötig. Als Dynamo empfehlen sich besonders Nabendynamo oder Speichendynamo (z.B. FER 2001), da diese nicht im Schmutzbereich liegen, leicht laufen und nicht durchdrehen. Zubehör anderer Art: Radfahrhandschuhe (innen gepolstert), Radhose (mit Sitzpolster), Sport-Brille (gegen tränende Augen, Fliegen, ... ), Helm. Für Leute, die Geld übrig haben gibt es nahezu unendliche Tuning-Möglichkeiten (von der Titan Sattelklemmschraube über Speziallager und Federgabeln bis hin zu Kalbsledernen Griffen). A4.8 Hybride Typen ============= Es gibt zwei beliebte Hybridtypen, ATBs und "Halbrenner". Das ATB ist ein straßentaugliches "gemildertes" MTB, ein Halbrenner hat eine Rennrad-Rahmengeometrie, aber dicke Reifen, und die Gänge sind nicht so eng gestaffelt. Beide stellen alltagstauglichere, vielseitigere Versionen der spezialisierten Typen dar. A.5 Fahrradanhänger *************** Bike-Hod ======== beziehbar von "Bau Dir Dein Rad", 180 DM Kuli ==== Doppel-Rad, Fahrradfabrik Mainz-Kastel, 250 DM Kettler Transit =============== Hersteller: Kettler Aufbau: Metallrahmen, Box aus Alu mit Deckel (wasserfest, aber leider nicht abschließbar), knapp zu klein für 2 Kisten Bier (Wasser/Saft/Cola ginge ;-) die alte Version (Sattelklemmschraube) kann als Handwagen doublen, die neue hat die Befestigung an der Radachse. Wichtige Anmerkung zur alten Version: Schraube und Hutmutter zur Verbindung der beiden Deichselhälften sofort durch Schrauben mit selbstblockierenden Muttern ersetzen Preis: DM 350 kleine Flunder ============== Hersteller: VSF-Fahrrad-Manufaktur (Bremen, ?) Aufbau: Alurahmen, herausnehmbare Plastikkiste, zwei Kisten sind übereinander stapelbar, Räder/Mäntel/Felgen/Schnellverschlußnaben hoher Qualität, gedämpfte Kugelgelenkkupplung am linken hinteren Fahrradständer in Achsnähe -> läßt Gepäckträger oben und seitlich frei. Zuladung: 40 kg, 50 Liter/Kiste, 1-2 Kisten Radgröße: 47-406 Breite: 64 cm Länge: ab Hinterrad Zugfahrrad: 69 cm, Länge der Ladefläche: 64 cm empf. Preis: 510 DM große Flunder ============= Hersteller: VSF-Fahrrad-Manufaktur (Bremen, ?) Aufbau: 2 herausnehmbare Plastikkisten, je zwei Kisten sind übereinander stapelbar, Rest siehe 'kleine Flunder'. Zuladung: 60 kg, 50 Liter/Kiste, 1-4 Kisten Radgröße: 32-622 Breite: 82 cm Länge: ab Hinterrad Zugfahrrad: 96 cm, Länge der Ladefläche: 92,5 cm empf. Preis: 670 DM Donkey ====== Hersteller: Winther (Dänemark) Importeur: Utopia Saarbrücken Gewicht: 9 kg, Kupplung 1,2 kg. Zuladung: 50 kg (das ist aber auch die Obergrenze) Außenmasse: 61 cm breit, 1m lang Innenmasse: 60cmx39cmx39cm Farben: Rohre und Schutzbleche schwarz, Schale grau, Plane rot. Angeblich gibt es aber auch noch andere Farben. Preis: ~400 DM incl. Kupplung und Abdeckplane aus Nylon 60 DM für eine zusätzliche Kupplung. Beschreibung des Donkey +++++++++++++++++++++++ Die Kupplung unterscheidet sich erheblich von anderen Konstruktionen; sie besteht im Prinzip aus einem simplen Karabinerhaken am Rad und einer drehbaren Öse im Handgriff des wie eine Kreuzung aus zweirädrigem Einkaufswagen und klappbarem Kinderwagen (Buggy) gebauten Donkey. Er besteht im wesentlichen aus einer Kunststoffschale im Rohrrahmen, an dem oben der Hand/Zuggriff und seitlich die 14"-Räder (von einem Kinderrad) befestigt sind. Als drittes Rad befindet sich unter der Kunststoffschale hinten eine drehbare Rolle (wie unter manchen Polstersesseln), so das man den Anhänger auch in abgekoppelten und aufgesetzten Zustand drehen und schieben kann. Aufgrund der Kupplungskonstruktion ist der Hänger nicht für längere Touren oder höhere Geschwindigkeiten geeignet. Aber als Einkaufswagen, der neben der Getränkekiste auch noch ein- oder zwei Taschen Einkäufe faßt, den man direkt im Supermarkt vollpacken und dann ans Rad anhängen kann, dafür ist er ideal. Hochgestellt belegt er nämlich nur eine quadratische Grundfläche 61 cm Seitenlänge, und paßt so überall durch. Leider ist das Eisengitter etwas zu niedrig für einen Wasserkasten. Es ist ein Kompromiß - das Außenmaß (Hutmutter zu Hutmutter) ist so schon etwas breiter als ein Supermarkt-Einkaufswagen, so daß man den Donkey kaum viel breiter machen kann. Praktisch bedeutet das lediglich, daß man den Kasten längs und nicht quer in den Hanger stellen muß und dann die Abdeckplane nicht mehr aufziehen kann. Max === Hersteller: Räderwerk Aufbau: Anhänger mit einem Stahl(?)rahmen, Schnellspannachsen, radial gespeichte Felgen, zwei Plastikkisten zum Herausnehmen. Flizza ====== Hersteller: Räderwerk Aufbau: Anhänger mit nur einem (!) Rad hinter einer großen Plasikkiste. Der Hänger wird mit einer speziellen Kupplung an der Sattelstütze befestigt und legt sich mit in die Kurven. Nicht so groß wie Max. A.6 Das richtig angepaßte Rad ************************* A6.1 Rahmenhöhe ========== von Hans Crauel (crauel@vieta.math.uni-sb.de): Die individuell benötigte Rahmenhöhe ermittelt man durch eine Messung der Innenbeinlänge, von der Fußohle bis zur "Sitzfläche", da ist so ein Knochen; richtig andrücken. Von der gemessenen Länge zieht man 25 cm ab, und erhält die "richtige" Rahmenhöhe. Natürlich muß es nicht auf den cm genau sein. In der Regel kriegt man bei Standard-Rahmen sowieso nur Rahmenhöhen in zwei-, drei- oder sogar vier-cm Sprüngen (z.B. 50-53-57-60-63). Kleinere Rahmen sind stabiler als größere, aber weit herausragende Sattelstangen sind instabiler als tief in den Rahmen geschobene. Dazu kommt, daß unterschiedliche Fahrradtypen unterschiedliche Tretlagerhöhen (über dem Boden) haben. "Trekking-Räder" haben 290 mm (wg Bodenfreiheit), Rennräder 270 mm (Luftwiderstand ist kleiner und Schwerpunkt ist tiefer). Man sollte die Rahmenhöhe so aussuchen, daß man jedenfalls mit beiden Füssen sicher auf den Boden kommt, wenn man über dem Rad steht. von Frerk Meyer: TABELLE DER RAHMENHÖHEN (aus Abfahren 1/91, der VSF Kundenzeitung) Messe deine Innenbeinlänge (IBL) = Höhe des Schritts über dem Boden Dann ergeben sich für die Oberrohrhöhe (OH) und Rahmenhöhe (RH) die folgenden Werte: +------------+------------+------------+--------------------+ | Tourenrad | Rennrad | Trekking | Mountain Bike | +----+----+-------+----+-------+----+-------+----+-------+-------+ | IBL| OH | RH | OH | RH | OH | RH | OH | RH | Zoll | | 70 | 67 | 44-48 | 67 | 45-48 | 66 | 42 | 62 | 36-40 | 14 | | 72 | 69 | 46-50 | 69 | 46-50 | 68 | 42-43 | 64 | 37-41 | 15-16 | | 74 | 71 | 48-52 | 70 | 47-51 | 70 | 44-47 | 66 | 38-43 | 15-17 | | 76 | 73 | 50-53 | 72 | 48-52 | 72 | 46-50 | 68 | 40-46 | 16-18 | | 78 | 75 | 52-55 | 74 | 50-54 | 74 | 47-51 | 70 | 42-48 | 17-19 | | 80 | 77 | 53-56 | 76 | 51-55 | 75 | 48-52 | 72 | 44-50 | 17-19 | | 82 | 79 | 54-57 | 78 | 53-57 | 77 | 49-53 | 74 | 46-51 | 18-20 | | 84 | 81 | 56-60 | 80 | 55-59 | 79 | 51-55 | 76 | 48-53 | 18-20 | | 86 | 83 | 57-61 | 82 | 56-60 | 81 | 53-57 | 78 | 49-54 | 19-21 | | 88 | 85 | 59-63 | 84 | 57-61 | 83 | 55-60 | 80 | 50-56 | 20-22 | | 90 | 87 | 60-64 | 86 | 58-62 | 85 | 56-62 | 82 | 51-57 | 20-22 | | 92 | 89 | 61-65 | 87 | 59-63 | 87 | 57-63 | 84 | 52-58 | 20-23 | | 94 | 90 | 62-66 | 89 | 60-64 | 89 | 58-64 | 85 | 53-59 | 21-23 | | 96 | 92 | 63-67 | 91 | 61-65 | 91 | 60-66 | 86 | 54-60 | 22-24 | | 98 | 94 | 65-70 | 92 | 62-66 | 92 | 62-68 | 88 | 56-62 | 22-24 | | 100| 96 | 67-73 | 93 | 63-67 | 93 | 63-68 | 90 | 56-64 | 22-24 | +----+----+-------+----+-------+----+-------+----+-------+-------+ Anm. d. Redaktion (spz): Frauen sollten auch einen laut obiger Tabelle eine Nummer zu großen Rahmen mal "anprobieren". Ich höre weniger Fluchen von Fahrerinnen "zu großer" denn zu kleiner oder "passender" Rahmen, und ich würde heute meinen Rahmen auch eher noch eine Nummer größer wählen, obwohl mein jetziger eigentlich eine halbe Nummer zu groß ist. (Ich muß meinen Sattel weit nach hinten ziehen, um mit den Knien halbwegs an der richtigen Stelle über dem Tretlager zu landen. Bei auf Frauen ausgerichteter Rahmengeometrie siehts latürnich wieder anders aus.) A6.2 Einstellung des Sattels ======================= von Werner Icking <icking@gmd.de> 1. Sattelhöhe einstellen: ein Pedal nach unten; zugehörigen Fuß mit der Ferse auf dieses Pedal stellen; dann sollte der andere Fuß mit der Fußspitze gerade noch so auf den Boden kommen, daß die Kombination Rad+Fahrer sicher stehen kann (auch wenn's z.B. ein wenig abschüssig ist -- also Hände an den Lenker!) 2. Sattel horizontal einstellen (Wichtig für Knieprobleme!): Rad festhalten, Fahrer sitzt richtig im Sattel (ein wenig Einrütteln :-). Pedale in Viertelvordrei-Stellung (waagerecht). Bei dem Bein, das jetzt vorn ist, soll ein Lot von direkt unterhalb der Kniescheibe auf die Pedalachse zeigen (oder ein wenig davor). Wie beim Treten soll natürlich der Fuß mit dem Fußballen (und nicht etwa mittig oder gar mit der Ferse) auf dem Pedal stehen; das macht beim Messen nur wenig, beim Fahren aber viel aus. Zur horizontalen Sattelverstellung muß man evtl. den Sattelkloben um 180 Grad verdrehen, um noch etwas mehr Spielraum zu bekommen. Rundung nach vorn statt nach hinten ... oder umgekehrt. 3. Sattelneigung: keine Vorgabe; individuell ausprobieren. Erst danach kann der Lenker so eingestellt werden, daß er paßt. In der Regel 1-2 cm tiefer als der Sattel; wenn der horizontale Abstand nicht stimmt, muß der Vorbau ausgetauscht werden oder gar das ganze unpassende Rad. Und ganz wesentlich zur Vermeidung von Knieproblemen ist, das Fahrrad NICHT zu treten, sondern zu kurbeln; selbst ohne Haken o.ä. kann man das jeweils obere Pedal schon leicht von hinten nach vorn schieben und das jeweils untere Pedal ebenso von vorn nach hinten. Man muß dann nur noch darauf achten, trotz dieser Technik nicht schneller als gewöhnlich zu fahren, um sich nicht zu stark zu belasten. Normalerweise wird man automatisch schneller, wenn man kurbelt statt zu treten; und auch schon dann, wenn nur der Sattel richtig eingestellt ist. Also: aufpassen! Alle diese Regeln gelten eher für Alltagsradler und -räder als für Rennradfahrer. A6.3 Sattelprobleme beheben ====================== Von <rmm@maths.warwick.ac.uk&gt:(Rolf Mantel): [Beschwerden im Dammbereich] Die Beschwerden im Dammbereich kommen daher, daß die Sitzbeine nicht dein ganzes Gewicht tragen. Wenn du auf dem Sattel sitzt, solltest du feststellen, daß die Sitzbeine Kontakt mit dem Sattel haben, während der Rest des Gesäßes keinem nennenswerten Druck ausgesetzt sein soll. Es gibt mehrere mögliche Probleme: 1. Dein Sattel ist zu weich. Die Sitzbeine sinken in den Sattel, und der gesamte Gesäß/Dammbereich trägt das Köpergewicht. Der Dammbereich ist aber nicht dazu konzipiert, und dadurch werden Nerven geklemmt, was auch zu temporär tauben Genitalien führen kann. Kaufe einen härteren Sattel. Es gibt auch Gelsättel, die die Sitzbeine etwas abpolstern aber trotzdem sicherstellen, daß der Damm entlastet ist. Ich nehme an, daß du diese Sättel meinst. Ich habe einen solchen auf einem meiner Räder, aber da ich noch nie Dammprobleme hatte, kann ich dir nicht sagen, ob die "Spalte" (genauer Lücke zwischen zwei Gelpolstern) das Problem beseitigt. 2. Dein Sattel ist zu schmal, oder du sitzt auf dem schmalen Teil des Sattels. Deine Sitzbeine haben keine Chance, dein Gewicht zu tragen. Dies kommt oft bei Frauen vor, die auf Männersätteln fahren, da Frauen im Becken weiter gebaut sind. Kaufe einen weiteren Sattel. 3. Dein Sattel ist zu weit nach hinten geneigt. Die Sitzbeine tragen das Körpergewicht, aber der Damm ruht zu sehr auf dem vorderen Teil des Sattels, was die Nerven (und bei Frauen die Klitoris) belastet. Neige den Sattel weiter nach vorne. Dies hat den Seiteneffekt, daß das Gewicht etwas vom Gesäß auf die Arme verlagert wird. Falls du das nicht willst, probiere einen Frauensattel, der im Problembereich ein gepolstertes Loch hat. Von Terry gibt es jetzt auch einen Männersattel (nicht so breit) mit demselben Merkmal. A.7 Verschiedenes ************* A7.1 Reparaturständer ================ o Bullseye, DM 291 DM o Park, 200 DM o Kettler, 130 DM o Minoura, ca. 135 DM bei CICLI o 2 ausklappbare Bügel an der Garagen/Kellerwand, ca. DM 40 o 2 Haken in der Decke, Kabel/Seil/Kette und gepolsterte Haken A7.2 Ventile ======= von <G.Gabriel@LINK-K.gun.de> (Guido Gabriel): Es gibt drei Sorten Ventile: 1. Fahrradventil / Blitzventil / Dunlopventil Rausschraubbar, dies ist das Standardventil. Verbreitet an Touren- oder Hollandrädern sowie billigen Rädern. 2. Renn- / Presta- / Sclaverand- / Schlauchreifen-Ventil Für Hochdruckreifen geeignetes Ventil, meist fest mit dem Schlauch (bzw. Schlauchreifen) verbunden. Nach dem Abnehmen der Ventilkappe wird ein Rändelrad hochgeschraubt, erst dann ist das Aufpumpen möglich. Wird hauptsächlich bei Rennrädern verwendet. 3. Auto- / Schrader-Ventil Ebenfalls fest mit dem Schlauch verbunden. Findet hauptsächlich bei MTB's Verwendung. Auch für höhere Drücke geeignet. Benötigt eine größere Bohrung in der Fehlge als a) und b). Vorteil: Läßt sich ohne Adapter an jeder Tankstelle befüllen. Achtung: In Felgen mit Bohrungen für Autoventile dürfen keine Schläuche mit Rennventilen verwendet werden. A7.3 Ventiladapter ============= Gibt es im Zubehörhandel für ca. 1 DM in verschiedenen Kombinationen. z.B. gibt es Adapter, mit denen man sein Rad an der Tankstelle aufpumpen kann, wobei man allerdings aufpassen muß, daß man den Schlauch nicht bis zum Platzen aufpumpt. In Verbindung mit französischen Ventilen und einem kurzen Adapter, der es zuläßt, das der Ventilstift beim Aufpumpen nach unten gedrückt wird, funktioniert dieses Verfahren sehr gut. Es gibt auch Ausführungen für den Schlüsselbund. A7.4 Kardanantrieb ============= Es gibt von den Firmen PATRIA und FLEVOBIKE Räder mit Kardanantrieb der Firma Fendt, beide mit 5-Gang-Schaltung. A7.5 Geschwindigkeitrekord ===================== HPV = "Human Powered Vehicles" nach GEO-Wissen "Verkehr und Mobilität": Den HPV-Weltrekord hält seit 1986 "Gold Rush": Der Fahrer Fred Markham "Fast Freddy" - erreichte mit dem schlanken Gefährt nach gut 3 Kilometern Anlauf auf einer Strecke von 200 Metern 105,4 km/h! Mit verkleideten Liegerädern schafft ein durchtrainierter Fahrer in einer Stunde eine Strecke von 58km, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 58km/h! A7.6 Entfaltung ========== von Werner Icking <icking@gmd.de> Mathematik für Fahrradfahrer -- Die 5-Gang-Nabe. Unsere erste Feststellung ist, daß Fahrräder unterschiedliche Radgrößen haben. Hat man die Kinder- und Jugendräder einmal hinter sich gelassen, hat das Fahrrad in der Regel 28-er Räder; das hat irgendetwas mit Zoll (25.4 mm) zu tun; aber was genau, wissen eventuell noch einige Experten. Also versuchen wir es mal mit messen: den Umfang zu messen, ist etwas schwierig; das Maßband aus dem Nähkästchen ist zu kurz, der Zollstock zu gerade, aber jetzt hilft uns die Mathematik, die festgestellt hat, daß der Umfang eines Kreises zum Durchmesser des Kreises im Verhältnis p steht: Durchmesser x pi = Umfang Die Zahl pi hat einen Wert, der mit 3,1415 beginnt, was für unsere Berechnungen mehr als ausreicht. Stellen wir also fest, daß das Vorderrad einen Durchmesser von 68,5 cm hat, können wir den Umfang zu 215,19 cm berechnen. Eine Radumdrehung bringt uns also 2,15 m vorwärts. Das Verhältnis "Zähne des Kettenblatts" zu "Zähne des Ritzels" ist nun der Faktor, der aus dem Umfang des Rades die Entfaltung macht, also die Strecke, die das Fahrrad bei einer Umdrehung des Kettenblatts zurücklegt. Im konkreten Fall nehmen wir an, daß das Kettenblatt 44 Zähne und das Ritzel 19 Zähne hat; dann ergibt sich eine Entfaltung von 44 : 19 x 2,15 m = 4,98 m. Mit einer Kurbelumdrehung haben wir das Wohnzimmer durchquert, sind 4,98 m vorwärts gekommen. Radfahrprofis nennen dies Entfaltung. Radfahrprofis wissen jetzt schon alles, was sie brauchen, denn diese Entfaltung bestimmt ihr Radfahrerleben. Laien wollen meistens aber wissen, wie schnell ist denn das. Aber das hängt nun mal davon ab, wie schnell man tritt. Nehmen wir nun an, daß wir flott über Land fahren vielleicht mit ein wenig Rückenwind, so können wir uns vorstellen, daß wir jede Sekunde einmal rund treten; 60 mal in der Minute, 3600 mal in der Stunde. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, ... oder missisipi, missisipi, missisipi, ... ist der Takt, mit dem wir treten - pardon kurbeln! Jede Umdrehung bringt uns 4,98 m vorwärts, 3600 also 17940 m; das sind veritable 17,94 km. Jetzt wissen wir es also. Treten im Sekundentakt bringt uns auf eine Geschwindigkeit von etwa 18 Kilometer pro Stunde (km/h), leichtfertig gesagt 18 Stundenkilometer. Bauen wir jetzt eine Gangschaltung ein und nehmen wir mal eine Nabenschaltung mit fünf Gängen. Bei einer solchen Schaltung ist der dritte Gang normalerweise der direkte Gang, also der, für den unsere obige Rechnung gilt. Dann gibt es noch zwei schnellere Gänge und zwei leichtere, die jeweils im Verhältnis von 1:1,28 und 1:1,17 über- oder untersetzt sind. Im vierten Gang steigt unsere Geschwindigkeit dann auf 22,96 km/h, im fünften auf 26,86 km/h, wenn wir es schaffen, im Sekundentakt weiterzutreten. Weht uns der Wind entgegen, wählen wir den zweiten Gang und erreichen 14,01 km/h. Steigt es noch zusätzlich an, erreichen wir im ersten Gang noch 11,98 km/h. Eine Umdrehung pro Sekunde, 60 pro Minute ist nun die Trittfrequenz, die man auch als Alltagsradler nicht unterschreiten sollte. Kann man das nicht halten, sollte man den nächstleichteren Gang nehmen. Schneller darf es schon sein und bis zu 90 Umdrehungen pro Minute geht es auch ohne Pedalhaken noch ganz gut. Bei 120 Umdrehungen pro Minute fliegen einem aber ohne Haken schon die Füße von den Pedalen. Manchmal geht es aber auch so steil bergauf, daß man bei einer 5-Gang Nabenschaltung selbst im ersten Gang die 60 Umdrehungen pro Minute nicht mehr halten kann. Dann stellt man fest, daß es mit Mühen und Wackeln auch noch bis 40 Umdrehungen pro Minute geht. Packt man dies alles nun in eine Tabelle, erhält man für eine 5-Gang-Nabenschaltung an einem 28-er Rad mit einem Kettenblatt mit 44 Zähnen und einem Ritzel mit 19 Zähnen also folgende Geschwindigkeitentabelle in km/h: Trittfrequenz 40 60 90 120 1. Gang 8,0 12,0 18,0 24,0 2. Gang 9,3 14,0 21,0 28,0 3. Gang 12,0 17,9 26,9 35,9 4. Gang 15,3 23,0 34,4 45,9 5. Gang 17,9 26,9 40,3 53,7 Werfen wir noch zwei Blicke in die Tabelle. Zum einen sieht man, daß bei einer Trittfrequenz zwischen 60 und 90 mit etlichen Überdeckungen ein Geschwindigkeitsbereich von 12 bis 40 km/h abgedeckt wird. Für einen Alltagsradler erscheint mir das gut ausreichend. Nimmt man noch die Extrema von 40 und 120 Umdrehungen hinzu, sieht man, daß eine Steigung, die etwas mehr als flottes Fußgängertempo erlaubt, noch genommen werden kann, und daß die anschließende Abfahrt mit Rückenwind den Fahrer in Geschwindigkeitsbereiche bringt, die zu erreichen man sich als Alltagsradler zunächst mal gar nicht vorstellt. Die obige Tabelle gilt auch, wenn das Kettenblatt Ihres Fahrrads 46 Zähne und das Ritzel 20 Zähne hat, da sich 44 : 19 und 46 : 20 kaum unterscheiden. Für etwas bergigere Gegenden oder für Fahrradfahrer, die lieber etwas leichter fahren, gilt die folgende Tabelle, die den Fall beschreibt, daß das Kettenblatt 44 oder 46 Zähne und das Ritzel 22 respektive 23 Zähne hat: Trittfrequenz 40 60 90 120 1. Gang 6,9 10,3 15,5 20,7 2. Gang 8,1 12,1 18,2 24,2 3. Gang 10,3 15,5 23,2 31,0 4. Gang 13,2 19,8 29,7 39,7 5. Gang 15,5 23,2 34,8 46,4 Und obwohl es inzwischen auch 7-Gang Naben gibt, hat sich die Mathematik für Fahrradfahrer nicht geändert. Rechnet man also nochmal, diesmal für 46 Zähne vor und 24 hinten, ergibt sich für die Super-7 von Fichtel und Sachs: Trittfrequenz 40 60 90 120 Übersetzung Entfaltung Geschwindigkeit in km/h 1. Gang 59% 2,34m 5,6 8,4 12,6 16,8 2. Gang 67% 2,63m 6,3 9,5 14,2 18,9 3. Gang 81% 3,19m 7,7 11,5 17,2 23,0 4. Gang 100% 3,95m 9,5 14,2 21,3 28,4 5. Gang 124% 4,88m 11,7 17,6 26,3 35,1 6. Gang 148% 5,82m 14,0 21,0 31,4 41,9 7. Gang 169% 6,65m 16,0 23,9 35,9 47,9 und für die 7-Gang-Nabe von Shimano: 1. Gang 63% 2,61m 6,3 9,4 14,1 18,8 2. Gang 74% 3,06m 7,3 11,0 16,5 22,0 3. Gang 84% 3,48m 8,3 12,5 18,8 25,0 4. Gang 99% 4,08m 9,8 14,7 22,0 29,4 5. Gang 115% 4,72m 11,3 17,0 25,5 34,0 6. Gang 134% 5,51m 13,2 19,8 29,7 39,6 7. Gang 155% 6,37m 15,3 22,9 34,4 45,9 A7.7 Fahrradcomputer =============== Fahrradcomputer scheint es ganze Mengen zu geben, mit sehr unterschiedlichen Features. Hier werden nur bekannte Probleme erwähnt; wenn ein Fahrradcomputer nicht erwähnt wird, heißt das noch lange nicht, daß er keine Probleme macht :-7 Noch heißt eine Erwähnung hier, daß das Teil immer und überall problematisch ist; ein und dasselbe Gerät kann so ziemlich alles von Begeisterung bis Haß erzeugen (zB Sigma BCx00). von Frank Heydlauf <Frank.Heydlauf@studbox.uni-stuttgart.de>: Zum Einstellen vieler Tachos wird der Raddurchmesser oder -radius benötigt. Die Messung Boden-Achse ist sehr ungenau. Besser: Markierung am Reifen und am Boden anbringen, Rad einmal abrollen, am Boden Markieren, Strecke U zwischen den Markierungen messen => Durchmesser d = U/pi = U/3.1416 Radius r = d/2 = U/(2*pi) = s/6.2832 ! Da sich die Größe von Reifen bei unterschiedlichem Druck stark ändern kann, ist eine Messung mit einer Toleranz im cm-Bereich ausreichend. Kontrolle ist natürlich schwierig, aber u.U. auf Sportplatz möglich: 100m- oder besser 400m-Bahn abfahren und sehen, was der Tacho meint. Comus Alpha: von sontag@mathematik.tu-chemnitz.de (Ralph Sontag) für die goldene Zitrone nominiert Sigma BC300: das Display ist besonders hitzeempfindlich, der 301 soll (kann ? mag ?) besser sein. Sigma BC800: öfters mal Kontakte säubern, sonst ok. Der Trittfrequenzzähler dazu hatte Klebeprobleme (nicht lang gehalten). Cyclomaster IIa: Anschluß per Steckerchen leicht fummelig und abrißgefährdet, sonst aber ok. Cyclomaster: Befestigungs- und Kontaktprellprobleme. ACT cyclocomputer: Große Anzeige. Manchmal bleibt Anzeige auf einer Geschwindigkeit stehen, km-Zähler läuft dabei aber weiter. A7.8 Reifeneinlagen ============== Pannen-Fuchs: zu Anfang gut gegen alle Widrigkeiten, später längs reißend da zu hart, und dann selbst für den Schlauch gefährlich. Bei schmalen Reifen eher fummlig zu installieren. Wolber: zu weich als daß sie gegen Scherben/Reißzwecken helfen täten, aber gut gegen Granulat. Kommt mit Plastikkleber zum einfacheren installieren. Mr.Tuffy: Kevlarstreifen. Der Mantel gibt iA eher auf. Im Allgemeinen dürfte es sinnvoller sein, gleich eine Decke mit Kevlarschutz (zB Panaracer Tourguard, Hutchinson) aufzuziehen. Laut Murphy schafft es immer irgendwann ein Dorn irgendwo durch, aber die Frequenz wird doch deutlich besser. Gut aufpumpen hilft im Übrigen auch etwas, und sei's nur, daß man leichter rollt. A7.9 Tretlager ========= o FAG Lagerpatrone, ca 30 DM o Shimano UN51/71, ca 50 DM o noblere Teile: edco und Mavic (ca 150 DM) Bei einer Lebenserwartung von 8000 km und mehr schon für die FAG stellt sich die Frage nicht gar zu häufig. Vielfahrer sollten allerdings lieber eine andere als die FAG-Patrone nehmen, weil diese nach ausgiebigem Gebrauch ggf schwer auszubauen ist. (Es gibt einen Spezialschlüssel.) A7.10 Siebengangnaben =============== von Karl Brodowsky <bk1@ix.urz.uni-heidelberg.de>: > 7 Gänge braucht der Mensch (?) ---> Sachs oder Shimano ??? Das hängt natürlich von mehreren Faktoren ab. Die Fahrradhändler, die ich gefragt habe, rieten weitestgehend zu Sachs. Als Grund gaben sie an, daß bei der Sachsnabe der Ein- und Ausbau des Hinterrades einfacher sei als bei der Shimanonabe, daß die Shimanonabe in bestimmten Gängen einen höheren Verlust aufweise, weil angeblich da zwei Planetengetriebe hintereinandergeschaltet werden, was bei Sachs nicht üblich sei. Kinderkrankheiten gab es angeblich bei Sachs nicht, bei Shimano schon eher. Hierzu sollte man aber sicher noch eine etwas genauere Untersuchung als die Befragung von vielleicht 5--10 Fahrradhändlern, die womöglich die Produkte am meisten loben, die sie gerade im Laden stehen haben, hinzuziehen. Die wichtigste Frage ist aber wohl, ob man eher einen größeren übersetzungsbereich oder eher eine feinere Abstufung haben will. Der übersetzungsbereich der Fichtel & Sachs-Nabe ist 2.84, während Shimano auf 2.44 kommt. Zum Vergleich füge ich hinzu, daß die Dreigangnabe 1.86 hatte und die 5-Gangnabe 2.24. Hier sind nochmal die genaueren Zahlen für die übersetzungen der einzelnen Gänge, wobei "3Gang" und "5Gang" sich auf das F&S-Produkt beziehen und ansonsten der Firmenname auf die jeweilige 7-Gang-Nabe: 3Gang 5Gang F&S Shimano 1. Gang 0.73 0.67 0.593 0.640 2. Gang 1.00 0.78 0.667 0.750 3. Gang 1.36 1.00 0.809 0.853 4. Gang 1.28 1.000 1.000 5. Gang 1.50 1.236 1.159 6. Gang 1.476 1.351 7. Gang 1.685 1.564 Bitte legt mich nicht auf die letzten Nachkommastellen fest, die Daten stammen aus Artikeln von Wolfgang und Martin und der FAQ sowie meiner Erinnerung für die 3-Gang-Nabe und wurden in die oben genannte Form umgerechnet und auf Plausibilität geprüft. Interessant ist aber wohl die Frage der Entfaltungen. Dabei will ich einmal annehmen, daß man durch die geschickte Wahl von Ritzel und Kettenblatt die übersetzung in höchsten Gang dazu bringt, daß eine Tretlagerumdrehung 8 Meter Weg zurücklegt. Dann ergibt sich etwa das folgende Bild: 3Gang 5Gang F&S Shimano 1. Gang 4.30m 3.57m 2.82m 3.27m 2. Gang 5.87m 4.16m 3.17m 3.84m 3. Gang 8.00m 5.33m 3.84m 4.36m 4. Gang 6.83m 4.75m 5.12m 5. Gang 8.00m 5.87m 5.93m 6. Gang 7.01m 6.91m 7. Gang 8.00m 8.00m Man kann sich sicher darüber streiten, ob 8 Meter oder 7 Meter als Entfaltung für den höchsten Gang wünschenswert sind, aber die Tabelle gibt in dieser Form wohl Aufschluß darüber, wie bergtauglich ein Fahrrad mit der betreffenden Nabe ist, wenn man es für die Ebene optimiert hat. Wenn umgekehrt die Bergtauglichkeit Priorität genießt, wird man jeweils eine bestimmte Entfaltung (z.B. 2.5 m) für den ersten Gang auswählen und dann sehen, was für die Ebene übrigbleibt. Dann ergibt sich das folgende Bild: 3Gang 5Gang F&S Shimano 1. Gang 2.50m 2.50m 2.50m 2.50m 2. Gang 3.42m 2.91m 2.81m 2.93m 3. Gang 4.65m 3.73m 3.41m 3.33m 4. Gang 4.78m 4.22m 3.91m 5. Gang 5.60m 5.21m 4.53m 6. Gang 6.22m 5.28m 7. Gang 7.10m 6.10m Das mag vielleicht als Anregung dienen, um selber ein wenig herumzurechnen und bei dem derzeitig verwendeten Fahrrad herumzuprobieren, welche übersetzungen gebraucht und geboten werden. A7.11 Justieren einer Pentasport ========================== von <Werner.Icking@gmd.de>: In Fahrtrichtung gesehen, schaltet der rechte Zug die Gänge 2-4, der linke macht 2 zur 1 oder 4 zur 5. Um gute Voraussetzungen zu haben, sollten beide Züge sauber, unverletzt und gut geschmiert sein, so daß sie wirklich leichtgängig sind. Schalter in Stellung 4. Gang. Beide Züge ganz lockern, d.h.: die Zugkettchen enden in geriffelten Stangen, auf denen sich Plastikteile mit Metallkrallen festkrallen. Diese Teile ganz lockern. Jetzt das Hinterrad hoch heben und mit einigen Pedalumdrehungen dafür sorgen, daß die Nabe in den 4. Gang schaltet. Beide Zugkettchen müssen so weit wie möglich in die Nabe hinein. Jetzt beide Züge soweit anspannen, daß die Kettchen noch nicht aus der Nabe herauskommen. Ich mache das so, daß ich die Plastikteile mit Kraft genau auf die geriffelten Stangen zuschieben und Stangen mit viel Gefühl in die Plastikteile stopfe. Das könnte schon alles sein. Zum Test fahrend in den 2. Gang schalten und prüfen, daß der rechte Zug nicht zu straff gespannt ist, sich das rechte Kettchen aber auch nicht weiter aus der Nabe herausziehen läßt. Dasselbe mit dem 1. oder 5. Gang für die linke Seite. A7.12 Reifengrössen-Bezeichnungen =========================== von <G.Gabriel@LINK-K.gun.de> (Guido Gabriel): Für Fahrradreifen gibt es die unterschiedlichsten Größenangaben. Viele davon muß man als "symbolisch" verstehen, denn sie haben mit der tatsächlichen Größe nichts zu tun. Die am weitesten verbreitete und auch am ehesten einheitliche Größenangabe ist die ETRTO-Norm. Größenangaben in dieser Norm bestehen aus zwei Teilen, getrennt durch einen Bindestrich. Der erste Teil gibt die Reifenbreite, der zweite Teil den Reifendurchmesser an. 47-622 ist also ein Reifen, der 4,7 cm breit ist und einen Durchmesser von 622 Millimetern hat. Häufig zu finden, vor allem im MTB-Bereich sind Reifen mit der englischen/ amerikanischen Größenangabe in Zoll: 28 x 1.85 28" x 1.85" Hier steht vorne der Durchmesser in Zoll, aber nicht der echte Durchmesser, sondern die 28 bedeutet lediglich, daß dieser Mantel auf eine Felge mit der Größenangabe 28" paßt. Diese hat jedoch keineswegs einen Durchmeßer von 28 Zoll, wie man durch Umrechnen gegenüber der obigen Größenangabe leicht feststellen kann. Die Breitenangabe ist hingegen exakt, der Reifen ist also wirklich 1,85 Zoll = 47 Millimeter breit. Damit es nicht langweilig wird, gibt es bei den Zoll-Maßen die Breitenangaben auch noch mit Brüchen: 26 x 1 3/8 Als nächstes hätten wir dann noch die französischen Größenangaben: 350 A 400 A 450 A 500 A 550 A 650 B 700 C Die Zahl steht für den Durchmeßer - aber halt, es sind nicht einfach Millimeter, das wäre ja wieder zu einfach. Wenn es nach der ETRTO-Norm 622 Millimeter sind, so sind dies nach der französischen Norm 700 Millimeter. Die Buchstaben haben etwas mit der Breite zu tun. Es gilt folgende Umrechnungstabelle für den Durchmesser: ETRTO franz. Maß 288 350 340 400 440 450 390 500 490 550 540 600 584 650 622 700 Sind französische Maße mit einem "x" angegeben, so befindet sich dahinter die Breite des Reifens in Millimetern - endlich mal wieder was einfaches. 700 x 28 C ist also ein Reifen, der 28 Millimeter breit ist. Welche ETRTO-Maße passen denn nun auf welche Felge: 14" 298 mm 15" 349 mm 16" 305 mm 18" 355 mm 20" 406 mm 22" 501 mm (ital. Kinderfahrräder) 24" 507 mm (Kinder-MTB's) 26" 559 mm (MTB und Touren-/Klapp-Rad) 27" 630 mm (Rennräder) 28" 622 mm (Trekkingräder, Rennräder usw.) -- spz@serpens.swb.de (S.P.Zeidler)